Kein Füller einer Trilogie, sondern krasses Worldbuilding voller Wendepunkte
Cover: Cover und Farbschnitt sind ein wahrer Blickfang. Der dunklere Blauton passt gut zur Geschichte, da im Vergleich zum ersten Band wir nun tiefer in die fantastische Welt aus Schnee und Eis eintauchen und es deutlich gefährlicher und spannender wird als zuvor.Schreibstil: Anna Flecks Schreibstil ist bildgewaltig und detailreich. Dank ihrer Beschreibungen kann man ganz in die zauberhafte Eislandschaft sowie die Schneefeste eintauchen. Ihr Schreibstil erzeugt direkt die passende Atmosphäre von unfassbarer Kälte, Nordlichtern und den magischen Wesen des hohen Nordens. Das Buch ist aus der Sicht der Hauptprotagonistin geschrieben, was es noch einfacher macht, voll und ganz in die Geschichte einzutauchen. Mich können besonders Elvys teilweise sarkastischen Gedanken in kursiv abholen, die nun aber spärlicher eingesetzt werden als noch im Vorgängerband.Geschichte: Nachdem das erste Buch Elvys Reise nach Lappland und das Treffen auf die Winteralfaer beschreibt, findet dieser Band ganz in der magischen Welt statt. Elvy, Simataja und Tomte Teda suchen nach Verbündeten im Kampf gegen die grausame Schneekönigin. Dabei lernen wird das Volk der Grautrolle, das der Somaalfaer und weitere Winteralfaer-Clans kennen. Ich fand es spannend, die verschiedenen magischen Völker kennenzulernen, auch wenn sie alle deutlich grausamer und eigenwilliger sind, als ich dachte. Im letzten Drittel des Buches nimmt die Geschichte eine rasante Wendung und Elvy ist im Angesicht des Frostprinzen Ys auf sich allein gestellt. Ab hier nimmt die Spannung und Gefahr stark zu und man kann das Buch gar nicht aus den Händen legen.500 Seiten sind ganz schön viel für die Geschichte; aufgrund leichter Langatmigkeit hätte man die ein oder andere Stelle sicher kürzen können. Dennoch konnte mich die Geschichte definitiv überzeugen. Ich fand sie deutlich vielschichtiger, komplexer und spannender als den ersten Band.Charaktere: Elvy wächst mit ihren Aufgaben und so ist die Einzelgängerin von Band 1 kaum noch wiederzukennen. Zusammen mit Simataja und Tomte Teda bilden sie ein starkes Gespann, das gegen eine wirklich unfassbar grausame Antagonistin vorgeht. Im letzten Drittel des Buches ist Elvy auf sich allein gestellt und daher wird ihre Charakterentwicklung in den Fokus gerückt. Sie beweist unglaubliche Stärke, verliert aber nie ihren Humor, was sie zu einer nahbaren Heldin macht.Der zweite Band der Trilogie weist eine sehr große Vielzahl an Charakteren und Völkern auf. Die Masse an Nebenfiguren hält von Sympathieträgern und selbstsüchtigen Idioten bis zu komplexen Charakteren alles bereit. Leider gibt es kein Personenverzeichnis, mit dem man sich einen Überblick verschaffen könnte. Dieses würde aber wahrscheinlich zu viel Spoilern...Fazit: Eine großartige Fortsetzung, die ein bildgewaltiges und vielschichtiges Abenteuer bereithält. Hierbei handelt es sich nicht um einen Füllerband zwischen Exposition und Finale, sondern um ein eigenständiges großartiges Abenteuer, das der Trilogie an Komplexität und unfassbarer Spannung verleiht. Das Cover und der fantastische Farbschnitt runden das Gesamtpaket perfekt ab. Ich kann es kaum erwarten, den dritten Band in die Finger zu bekommen!