Winterliches Setting, schöne Idee, aber die Handlung plätschert zu oft vor sich hin.
Eine winterliche Fantasy-Geschichte mit einer richtig tollen Idee. Der Einstieg fiel mir allerdings nicht ganz leicht, weil man direkt mitten in die Handlung geworfen wird und ich mich erst ein bisschen orientieren musste. Trotzdem war der Winter der perfekte Zeitpunkt zum Lesen. Das Setting passt einfach super zur Jahreszeit und hat sofort eine gemütliche, winterliche Stimmung erzeugt.Die Geschichte ist inspiriert von Die Schneekönigin und die Parallelen zum Märchen, sei es bei den Charakteren oder der Grundidee, haben bei mir einen schönen nostalgischen Effekt ausgelöst.Bei den Figuren hatte ich gemischte Gefühle. Elvy mochte ich, aber so richtig mit ihr mitfühlen konnte ich nicht. Sie ist sympathisch, aber ihre Gefühle und Gedanken hätten für mich noch ein bisschen tiefer gezeigt werden können. Schwieriger waren die Nebencharaktere. Viele von ihnen waren schwer einzuschätzen, ihre Motivation oder Bedeutung für die Handlung nicht immer klar. Manche tauchen nur kurz auf und sind dann wieder weg, was es mir schwer gemacht hat, ihre Relevanz einzuschätzen. Einzig die Szenen zwischen Elvy und Erik haben mir richtig Spaß gemacht. Ihre Dynamik war spannend und hat Lust auf mehr gemacht.Die Handlung selbst hat vor allem im Mittelteil etwas gezogen. Trotz der spannenden Grundidee passiert lange Zeit nicht viel, vieles plätschert eher vor sich hin, und mir hat die Sogwirkung gefehlt, die mich richtig packt. Die Geschichte wirkt oft leicht und jugendlich, was sie zwar angenehm lesbar macht, aber intensive emotionale Momente fehlen mir einfach. Insgesamt wirkte alles ein bisschen zu leicht und oberflächlich.Fazit:Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte etwas kompakter erzählt wird, das Potenzial ist definitiv da. Die Idee fand ich super, das Setting war wunderschön, aber über große Teile des Buches habe ich mich eher durchgequält.