Das Buch ist im Vergleich zu vielen aktuellen sehr farbenfroh gestaltet und die Darstellungsweise hat für mich auch viel mit der Zeit, in der der Roman spielt zu tun: Der Renaissance. Dies macht in meinen Augen auch den größten Reiz dieses Romans aus. Es kommen zudem viele bedeutende Persönlichkeiten aus der Zeit ins Spiel. Das Nachwort der Autorin finde ich in diesem Hinblick auch sehr gelungen. Es hat mein Interesse und meine Bewunderung für diese Ort und die damalige Zeit geweckt!
Die Verflechtung von Magie und Historie finde ich klasse.
Der Roman wird zum überwiegenden Teil aus der Sicht der Protagonistin geschildert. Diese bleibt sich selbst fast den gesamten Roman über treu und verändert sich erst gegen Ende etwas in ihren Überzeugungen. Es wird hierbei deutlich, wie mächtig die Kirche mit ihren Glaubensgrundsätzen war. Dies macht es für die damalige Zeit glaubwürdig. Umgekehrt habe ich diese Langatmigkeit darin als anstrengend empfunden.
Immer wieder gibt es Kapitel, die aus dem Blickwinkel einer der anderen Figuren geschildert wird. Dies finde ich großartig, da so die Beweggründe vieler Figuren anschaulicher werden und somit das Schwarz-Weiß-Denken bzw. wer ist gut und wer ist böse aufgeweicht wird!
Der Spannungsbogen ist für meinen Lesegschmack zu schwach bzw. zu langatmig gedacht. Ich habe mich nach dem ersten Drittel durch den Roman gekämpft und gegen Ende wurde es dann auch wieder etwas besser. Vor allem da auf den letzten ca. 80 Seiten auch noch in der schwebe steht, wie es enden wird. Es ist somit für mich eindeutig ein Drama in der Kategorie und der Trop Slow-Burn hat seinen Namen hier redlich verdient. Die ein bis zwei Sex-Szenen waren für mich eher erzwungen, als wäre es ein muss, dass jeder Roman aktuell welche haben muss, wenn er verkauft werden will. Für meinen Geschmack, hätte entweder die vorherige Handlung angepasst werden müssen, oder eine eher angedeutete Version verfasst werden können - so wirkte es auf mich nicht stimmig.
Die Wendungen innerhalb des Romans waren zum Teil überraschend, aber ebenso vorhersehbar.
Ich würde diesen Roman vor allem jüngeren Leserinnen bzw. weniger anspruchsvolleren empfehlen (unter 30 Jahre).
Aus meinem Blick mit viel Leseerfahrung vergebe ich 3 von 5 Sternen.