Inhalt siehe Klappentext.
Vor 2 Jahren habe ich von Maxim Leo Wir werden jung sein gelesen und kürzlich die Verfilmung von Es ist nur eine Phase, Hase gesehen. Mir ist das Titelbild zu Einatmen. Ausatmen. aufgefallen, die vielen Blumen könnten tatsächlich die nötige Ruhe ausstrahlen, wenn man sich darauf einlässt. Ich selbst halte nichts von Coaches und Coaching, Trainern und Training sowie sogenannten oder selbsternannten Gurus, aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Marlene ist offensichtlich auch kein Freund davon, sich Dinge vor- und einreden zu lassen - so, wie sie gleich einen Deal mit Alex Grow (fantastischer Name) aushandeln will. Ich denke, man sollte das Achtsamkeitstraining im Brandenburger Schloss nich todernst nehmen, sondern erstmal eine Runde entspannt ein- und ausatmen, sich Alex Methoden anhören und dann entscheiden, ob man auf die Yoga-Wiese geht oder lieber nackt durch den Wald humpelt, weil einen die Waldameisen angegriffen haben, gegen die das Wildschwein noch harmlos ist. Urkomische Szenen in freier Wildbahn, zum Lachen, wäre Marlenes Situation nicht so traurig. Sehr herzlich und herzerwärmend finde ich Marlenes Austausch mit Mattissen und dessen Mutter, diese ehrlichen und echte Gespräche könnten Marlene mehr helfen, als die ganzen Therapieversuche. Alex kommt mit Connie in den Genuss einer ganz besonderen Therapie, die man für Geld nicht kaufen kann - unverstellt und spontan, wie Kinder eben sind. Ich hätte nicht gedacht, dass die Forstrettungsaktion Alex beruflichen Plänen und Ziele einen anderen Stellenwert gibt und sogar er nun überdenkt, was er wirklich will und braucht. Ich finde, er wirkte zu Beginn ziemlich angestrengt, auch wenn er sich locker geben will. Auch bei Marlene scheinen die neu gewonnenen Erkenntnisse einiges bewirkt zu haben, sie redet mit ihrer Mutter - ich freue mich, dass sich Marlene so entschieden hat, wie es nun ist und dass auch Alex praktisch von seinen Kursteilnehmern gelernt hat und die Prioritäten anders setzt. Flüssig zu lesen, anregend, um mal über sich und sein Leben, seinen Lebensweg und -stil nachzudenken, auch wenn alles gut scheint, so wie es ist. Es gibt immer Möglichkeiten Dass Autor Maxim Leo einen Schauplatz abseits der hektischen Großstädte gewählt hat, mitten im ostdeutschen Land, weitab vom Schuss, um es mal direkt auszudrücken, finde ich grandios, da kommt die Ruhe wie von selbst und gibt Bonuspunkte. Somit komme ich nach der mit 256 Seiten recht kurzen Lektüre von Einatmen. Ausatmen., ohne dass ich selbst einen Kurs, Training oder ähnliches absolvieren musste, auf einen Punktestand von 5 Sternen - und das im stressigen Alltag. Bravo!