Kalmann, selbsternannter Sheriff und Held von Raufarhöfn, hat wieder gefährliche Abenteuer zu bestehen, die er natürlich bravourös meistert.
Hoch oben im Norden Islands, beinahe am Polarkreis, liegt das kleine Dorf Raufarhöfn. Dort lebt der 40jährige Kalmann im Häuschen seines verstorbenen Großvaters. Er ist nicht wie jeder andere, ein bisschen wirr im Kopf und schnell ärgerlich, jedoch harmlos - so kennen ihn die Dorfbewohner und so wird er auch als selbst ernannter Sheriff von ihnen akzeptiert. Wie stets hat er viel zu tun. Eine alte Blechkiste, die er bei seinem täglichen Kontrollgang gefunden hatte, enthält neben einem Haufen alter Geldscheine auch einen Revolver und eine Flasche Branntwein. Jetzt gilt es herauszufinden, wer die Kiste versteckt hat und den heutigen Wert des Geldes zu ermitteln. Während Kalmann noch damit beschäftigt ist, wird im Ort über die geplante Lachszucht eines norwegischen Unternehmens diskutiert. Es geht heiß her zwischen den Dorfbewohnern und den norwegischen Abgesandten - und noch in derselben Nacht wird ein Toter im Hotpot von Kalmanns Nachbarin entdeckt. Die Polizei aus Reykjavik, Polizistin Birna und die angereisten Journalisten bringen Kalmanns bisher beschauliches Leben nun ganz schön durcheinander und er muss lernen, dass es auch fragwürdige Freunde gibt ... Der 1981 im Kanton Graubünden/Schweiz geborene AutorJoachim B. Schmidtentschied sich 2007, Island zu seiner neuen Heimat zu machen und erwarb sogar die dortige Staatsbürgerschaft. Nachdem er 2010 mit einer Kurzgeschichte einen Schreibwettbewerb gewann begann er Romane zu schreiben, die u. a. mit dem Crime Cologne Award und dem Glauser-Preis ausgezeichnet und zu Bestsellern wurden. Heute lebt J. B. Schmidt mit seiner Frau und zwei Kindern in Reykjavik, wo er als Journalist, Autor und Touristenführer tätig ist. "Kalmann schweigt"(2026 Diogenes)ist der dritte Band der Krimi-Reihe um den selbst ernannten Sheriff von Raufarhöfn. Wieder ist es dem Autor gelungen, den in seinen kognitiven Fähigkeiten eingeschränkten Kalmann als äußerst liebenswerten Menschen darzustellen. Man muss ihn einfach gernhaben, mit all seinen Schwächen und absonderlichen Eigenheiten. Joachim B. Schmidt lässt den Protagonisten selbst berichten, so dass man als Leser die Ereignisse durch seine Gedankenwelt wahrnimmt und dabei stets zwischen Bewunderung und Mitleid schwankt. Ganz nebenbei erfährt man auch einiges über die Lachszucht und die damit verbundene Gefahr für den Wildlachs. Geld und wirtschaftliche Interessen stehen dem Schutz der Landschaft und der traditionellen Lebensweise der Menschen im Dorf gegenüber. Mit viel Witz und beeindruckender Sprachintensität führt uns der Autor an die verschiedenen Schauplätze und glänzt dabei mit seltsamen, teils etwas überspitzten Einfällen, die er gekonnt zu einem großartigen, unterhaltsamen Kriminalroman verknüpft. Unerwartete Wendungen lassen die anfangs eher ruhige und beschauliche Geschichte aufregend und sehr spannend ausklingen. Fazit:Ein etwas anderer Kriminalroman, witzig und abgedreht komisch - und vor allem gut unterhaltend - kurzum, lesenswert!