Akiko hat es nicht leicht mit einer Mutter, die sehr laut ist, ungestüm und in ihrem Café lieber rauchend und trinkend mit den Männern herumhängt, als ihrer Tochter ein gutes Lebensvorbild zu sein. All dies prägt die Tochter sehr und als ihre Mutter stirbt, versucht Akiko, diesem schlechten Vorbild entgegenzuwirken. Sie erschafft aus dem lieblosen Café ihrer Mutter eine kleine, ruhige Stätte, in der nur einige, aber dafür liebevoll zugerichtete Speisen angeboten werden. Das Gästebild ändert sich dadurch komplett und Akiko stellt sich mehr als einmal die Frage, ob dieser Wandel wohl der Richtige war. Es ist eine leise Geschichte, wenig spannend und aufreißerisch, dafür aber wundervoll sensibel und liebevoll erzählt. Gerade das sind ja auch die Charakteristiken asiatischer Literatur, die Augenblicke aus dem Leben spiegelt und diese hingebungsvoll, ruhig und tiefgründig aufschreibt. Akiko gefällt mir sehr als Charakter: Ihr Sich-in-Frage-Stellen spiegelt auf beeindruckende Weise auch, wie eine lieblose Erziehung später auf ein Erwachsenenleben einwirken kann. Es gibt so viele unglaublich wertvolle und schöne Passagen und Sätze im Buch, die man nur sehen muss, um das Buch in seiner Ganzheit zu verstehen. Zitat Akiko, du bist immer so ernst und zerdenkst alles. Menschen sind erst perfekt, wenn sie nicht mehr atmen. Damals hatte sie ihre Mutter nur angesehen und gedacht: Ich bin nur so ernst, weil ich sehe, wie nachlässig du bist. Die Handlung befasst sich vor allem mit Akiko, ihren alltäglichen Gedanken zu ihrem Café, ihrer Liebe zu ihrer Katze, die einen großen Platz in ihrem Leben einnimmt. der schwierigen familiären Situation mit einem Vater, den sie nie kennenlernen durfte, und einer Mutter, die zu viel für sich selbst und viel zu wenig für Akiko da war. All dies steht stellvertretend für Einflüsse in unserem Leben und dem, was wir aus all diesem machen. Ein klein wenig hat mir die ein oder andere gut gesetzte Pointe noch gefehlt. Doch wenn man Bücher dieses Genres kennt, weiß man, worauf man sich einlässt: auf ein Buch, von dem man keine Spannung, aber wunderbar einfühlsame Lebenseindrücke erwarten kann.