Hat mir anfangs richtig gut gefallen, im letzten Drittel wurde es mir zu hektisch und der Klappentext war für mich irreführend - Schade!
Dieses kleine aber feine Büchlein ist für mich wirklich eine Augenweide. Und es hörte sich wirklich zauberhaft an:Nach dem Tod ihrer Mutter wird nun Akiko die Gaststätte weiterführen. Sie möchte aber ihr eigenes Ding machen. Statt eines Lokals, das bis spät in die Nacht geöffnet hat, viele, teils deftige Speisen führt und in dem es auch mal lauter zu geht schwebt Akiko ein cleanes, ruhiges Ambiente vor. Einfache leichte Speisen und Lebensmittel in hoher Qualität. Obwohl viele Bekannte meinen, dass das nicht gut geht, geht Akiko mutig ihren Weg. Ihre Küchenhilfe steht ihr treu zur Seite und auch ihr Kater Taro ist mit von der Partie.Soweit so schön. Ich war quasi ab der dritten Seite buchverliebt. Der ruhige, distanzwahrende Schreibstil kam mir gerade recht, da es bei mir auf der Arbeit gerade hoch her ging. Das Buch war wie eine Meditation für mich. Akiko ist so, wie man sich eine Japanerin vorstellt. Sie besitzt eine stille Stärke und Würde. Besonders ins Herz geschlossen habe ich ihre Angestellte. Die beiden sind echt ein klasse Team. Und als Katzenliebhaberin hat sich Taro natürlich auch sofort in mein Herz gemaunzt. Auch die Liebe zu gutem, einfachen Essen aus hochwertigen Zutaten war sehr ansprechend beschrieben. Kurz und gut, das Buch hat mich entspannt, entschleunigt und auch ein bisschen Hunger bereitet. Bis, ja bis zum letzten Drittel des Buches. Da dachte ich auf einmal, ich bin "im falschem Buch". Akiko erleidet einen Verlust, der nicht nur ihr das Herz bricht. Vielleicht bin ich da aus gegebenem Anlass ein bisschen sensibler wie Andere, aber trotzdem. Ich möchte nicht zu viel Spoilern, aber das hat für mich nicht wirklich in die Geschichte gepasst. Generell finde ich es gut, wenn Trauer und der Trauerprozess literarisch behandelt werden und gerade hier war der Einblick in eine fremde Kultur interessant. Wahrscheinlich hätte es mir sogar gefallen, wenn mich der Klappentext "gewarnt" hätte. Aber so hatte das Buch am Ende für mich einen faden Beigeschmack. Auch die "freundlichen Nachbarn", über die ich im Klappentext las, fand ich ich nicht im Roman. Vielleicht könnte der Verlag da noch ein bisschen nacharbeiten. Alles in allem kann ich daher nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen, da mich der Klappentextext in die Irre geführt hat. Auch wenn mich das Land und Akiko sehr fasziniert haben.