Macbeth zeigt, wie ein Mensch seine Identität Schritt für Schritt demontiert und am Ende nicht mehr erkennt, wer er ist.
Macbeth ist kein Stück über Ehrgeiz. Es ist ein Stück über die Selbstauflösung. Macbeth opfert seine Identität für ein Ziel, das er am Ende nicht mehr als seines erkennen kann, weil er der Mensch, der dieses Ziel verfolgt hat, nicht mehr existiert. Shakespeare zeigt den Zerfall von innen, nicht durch äußere Gewalt, sondern durch die eigene Entscheidung, eine Grenze zu überschreiten, hinter der es kein Zurück gibt. Lady Macbeth ist dabei die präzisere Figur: Sie zerbricht schneller, weil sie sich selbst weniger belügt.