Der Roman kommt niemals in die Jahre, einfach zeitlos!
Der Exorzist - William Peter BlattyEs gibt Bücher, die kennt man irgendwie schon, bevor man sie gelesen hat. Der Exorzist gehört definitiv dazu, umso spannender war für mich, wie sich die Geschichte liest, wenn man sie nicht als Film sieht, sondern Seite für Seite erlebt.Und ehrlich gesagt: deutlich unangenehmer, als ich erwartet hatte. Der Horror kommt nicht plötzlich, sondern schleicht sich langsam in den Alltag und genau dieses ständige Gefühl von "Das muss doch irgendeine andere Erklärung haben" fand ich unglaublich stark.Besonders Chris und Pater Karras haben mir gefallen. Beide wirken nicht wie typische Horrorfiguren, sondern wie Menschen, die mit Zweifel, Verzweiflung und ihrer eigenen Hilflosigkeit kämpfen. Dadurch geht es für mich auch um viel mehr als nur einen Exorzismus - nämlich um Glauben, Wissenschaft und den Moment, in dem die Vernunft keine Antworten mehr liefert.Man muss allerdings etwas Geduld mitbringen, denn Blatty lässt sich Zeit und manche Stellen ziehen sich. Gleichzeitig sind einige Szenen wirklich unangenehm und ziemlich hart - hier hält er sich definitiv nicht zurück. Mein Fazit: Der Exorzist ist für mich deutlich mehr als nur "das Buch zum berühmten Horrorfilm". Düster, verstörend, stellenweise echt heftig, aber gleichzeitig überraschend menschlich. Kein Buch für zwischendurch, aber definitiv eines, das nach dem Lesen noch im Kopf bleibt.4.5/5 Habt ihr Der Exorzist gelesen oder kennt ihr bisher nur den Film?