Was erwarte ich von einem guten Krimi?
Einen intelligenten Plot, eine leicht verdauliche Sprache, die keineswegs auf Pepp & Stil verzichtet, authentische (echte) Figuren und ein anspruchsvolles Finale.
Der Krimi Der Steintor-Blues hält, was mir ein gutes Buch verspricht. Es lebt von den Figuren, und die sehen so aus, als hätte sie ein Meister in die Altstadt von Hannover gemeißelt.
Schauen wir uns zuerst einen Antagonisten an: Picke Helmstedt, den König der Altstadt:
Er ist ungehobelt, ungebildet und ungemein gefährlich. Er kennt bestimmt keinen Dichter von Johnny Goethe oder Fritze Schiller mal abgesehen. Er kennt nur Typen, die dichthalten und vermeiden, sich einen Reim auf seine Geschäfte zu machen.
Ob sie Picke, Keule, Matze, Kalle, Lupo, Warze oder natürlich Lusche heißen die Namen sprechen für sich und passen wie die Faust aufs Auge. Und die wird hin und wieder ausgepackt, aber nun ja, das gehört ja auch zu einem Krimi.
Hier schreibt jemand, worüber er etwas weiß. Womöglich wurde der Autor von diesen Typen großgezogen. Sorry, aber dieser Gedanke schwirrte mir öfter durch den Kopf.
Ich habe den Krimi abends im Bett gelesen. Ich hatte ihn nach ein paar Tagen durch, weil mir nicht wie üblich nach 10 Minuten die Augen zugefallen sind. Das spricht für das Buch und für den Autor.
Wer Krimis mag, die wahrhaftig, authentisch sowie skurril und anspruchsvoll sind, der sollte das Buch unbedingt lesen.