Ich mag High-Society-Geschichten eigentlich sehr gerne, brauche aber bei solchen Settings immer ein wenig, um mich an die Charaktere zu gewöhnen. Durch die luxuriöse Welt wirken die Figuren auf mich anfangs schnell arrogant, so ging es mir auch bei Whispers of Milano.
Bei Vittoria hat sich dieser Eindruck jedoch schnell gewandelt. Zwar gehört sie zur High Society, doch hinter ihrer Fassade steckt ein Mädchen, das bis heute darunter leidet, von ihrer Mutter zurückgelassen worden zu sein. Diese Vergangenheit begleitet sie schon ihr ganzes Leben und macht sie für mich greifbarer.
Nino hingegen wirkte zunächst wie der klassische High-Society-Schnösel: perfekt gekleidet, jedes Haar sitzt und natürlich sieht er auch noch verdammt gut aus. Sein Charakter konnte mich anfangs allerdings weniger überzeugen.
Als Vittoria ohne ihr Wissen von ihrer eigenen Familie in einen verwerflichen Deal hineingezogen wird, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Obwohl sie und Nino in ihrer Kindheit beste Freunde waren, sind sie inzwischen eher wie Katz und Maus. Ausgerechnet Nino bietet ihr einen Gegendeal an, um sie vor ihrer Familie zu schützen. Damit beginnt eine Achterbahnfahrt aus Drama, Emotionen und Geheimnissen.
Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Wem kann Vittoria wirklich vertrauen? Nino, der ihr helfen möchte, oder ihrer eigenen Familie? Diese Unsicherheit sorgt für Spannung und hält einige Überraschungen bereit.
Besonders die Wendung am Ende habe ich so nicht kommen sehen und sie hat der Geschichte noch einmal einen schönen Überraschungsmoment gegeben.
Insgesamt hatte ich mit Whispers of Milano eine tolle Lesezeit. Auch wenn ich etwas gebraucht habe, um in das Setting hineinzufinden, bin ich froh, dass ich mich für das Buch entschieden habe.