Ein bildstarkes Abenteuer im historischen London voller kreativer Buchmagie, das erst gegen Ende etwas zu hektisch wird.
Im viktorianischen London führt die Bibliomantin Mercy Amberdale das Antiquariat Liber Mundi im berühmten Cecil Court. Eigentlich hofft sie nach den vergangenen Turbulenzen auf etwas Ruhe, doch die Atempause währt nicht lange: Polizeichef Sedgwick setzt sie unter Druck, das letzte Kapitel des verschollenen Flaschenpostbuchs zu beschaffen. Sollten alle Teile dieses mysteriösen Werkes vereint werden, droht die Grenze zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen - und gefährliche Romanfiguren könnten in die echte Welt einfallen. Gemeinsam mit ihren Verbündeten Tempest, Philander und Cedric gerät Mercy erneut tief in einen Strudel aus Intrigen und mächtiger Magie.Kai Meyer entführt die Leserschaft gewohnt bildhaft in das düstere London des späten 19. Jahrhunderts. Die Welt der Bibliomantik besticht erneut durch kreative Ideen und liebevolle Details rund um antiquarische Schätze und die Macht der Literatur. Das Erzähltempo ist von Beginn an hoch, und die Handlung treibt mit flotten Szenenwechseln zügig voran. Auch die Figuren überzeugen: Mercy wirkt als eigensinnige Hauptfigur nahbar, und das Zusammenspiel mit ihren Begleitern bringt eine gute Dynamik in die Geschichte. Ein kleiner Abzug liegt im letzten Drittel: Durch das ständige Aufeinandertreffen neuer magischer Effekte, Gegenspieler und Wendungen wirkt der Plot streckenweise etwas überladen. Ein bisschen weniger Eskalation zugunsten der geheimnisvollen Grundstimmung hätte dem Finale gutgetan.Mein Fazit: Ein ideenreicher und unterhaltsamer Fantasy-Roman mit starkem viktorianischem Flair. Trotz eines stellenweise etwas hektischen Finales bietet das Buch packenden Lesestoff für alle, die Geschichten über Bücher lieben.