Was für eine zauberhaft verrückte Idee! Allein das Cover mit seinem RomCom-Charme und dem kleinen Hexenhut hatte mich sofort neugierig gemacht und der catchy Klappentext sorgte für den Rest - eine Stadt, in der Halloween nicht einfach nur im Oktober stattfindet, sondern quasi zum ganzjährigen Lebensgefühl gehört? Ich war sofort dabei! Denn auch, wenn ich dieses Spektakel nur meinem kleinen Sohn zuliebe mitmache, weiß ich, dass der Vibe in einer typisch amerikanischen Kleinstadt diesbezüglich nochmal ein ganz anderes Level erreicht, was durchaus etwas Magisches haben kann. Speaking of ... Solstice Springs (oder H-Town, wie die Einheimischen es nennen) hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Überall Skelette, Kürbisse, Hexen, Geister, verrückte Dekorationen und jede Menge skurrile Bewohner - als Ausflugsziel ideal, ich hätte es während meines US-Jahres definitiv auf meine Reiseliste gesetzt. Nicht zuletzt wegen des Sees und der Wälder (- irgendwie hatte ich beim Lesen die ganze Zeit Burlington in Vermont vor Augen). Das fiktive Städtchen spaltet sich in zwei Lager: die Gläubigen und die Skeptiker. (Ich persönlich wäre vermutlich irgendwo dazwischen zu finden - ich glaube durchaus, dass es Dinge gibt, die wir nicht erklären können, aber ob ich mich deshalb so sehr in Geister, Hexen und das Paranormale hineinsteigern würde? Ich weiß ja nicht.) Dass sich das Ganze hervorragend vermarkten lässt, steht außer Frage.Was mich komplett überrascht hat: Dort gibt es tatsächlich Geister! Ich hatte mit einer klassischen cozy RomCom gerechnet und nicht damit, dass wir teilweise sogar aus der Perspektive der Verstorbenen lesen. Kreativ? Definitiv. Zwingend notwendig für die Story? Nicht unbedingt.Wren und Dane mochte ich beide sehr gerne. SIE kommt nach einem ziemlich öffentlichen persönlichen Desaster zurück nach H-Town und möchte eigentlich nur ihre Ruhe, aber noch am Tag ihrer Ankunft erblickt sie Dane. Die Chemie zwischen den beiden war klasse, Instant Attraction auf beiden Seiten. Ihre spritzigen Schlagabtausche und vor allem Wrens Gedanken haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Gleichzeitig fand ich es schön, dass Dane nicht einfach nur der attraktive Mann im Small-Town-Setting ist, denn hinter seiner kontrollierten Fassade steckt deutlich mehr und seine Vergangenheit sowie seine Erfahrungen haben der Geschichte eine Tiefe gegeben, mit der ich in dieser Form gar nicht gerechnet hatte.Neben RomCom-Feeling, Kleinstadtflair, Geistern und natürlich Summerween (von dem ich ehrlich gesagt gern mehr gelesen hätte) werden auch sehr ernste Themen angesprochen - traumatische Erfahrungen, Schuldgefühle, Selbstzweifel, familiäre Verletzungen, die eigenen Erwartungen an sich selbst und die Frage, ob man wirklich für alles und jeden Verantwortung übernehmen muss.Insbesondere Danes Entwicklung und die Erkenntnis, dass es manchmal auch wichtig ist, sich selbst zu erlauben, nicht die ganze Welt retten zu müssen, fand ich sehr schön zu lesen. Lediglich im Hinblick auf die Beziehung zwischen ihm und Wren hätte ich mir noch etwas mehr Zeit für bestimmte Entwicklungen gewünscht; das Ende empfand ich als ein wenig plötzlich. Schreibstil: locker, humorvoll, leicht zu lesen, geichzeitig an den richtigen Stellen emotional.¿¿¿¿¿: Eine herrlich verrückte, ungewöhnliche, warmherzige Romance, die mir aufgrund ihres besonderen Settings und der kreativen paranormalen Komponente definitiv im Gedächtnis bleiben wird.