Das Cover stimmt einen direkt auf die kalte Jahreszeit mit all ihren schönen Seiten ein. Zu sehen sind zwei Menschen mit Schlittschuhen, die auf einer zugefrorenen Fläche Eis laufen. Dahinter erkennt man schneebedeckte Berge, Bäume und eine kleine Holzhütte. Darüber sieht man ein paar Gondeln. Verziert ist das winterliche Bild mit ganz vielen goldenen Schneeflocken, die das Cover zum Glitzern bringen.
Alpenwinterküsse von Jana Lukas erschien im Heyne Verlag. Es ist ein Einzelband der Autorin, der einen auf Weihnachten und den Winter einstimmt. Ich würde zu gerne noch ein weiteres Mal per Roman in das winterlich verschneite Dorf reisen. Die Geschichte spielt in Schneeberg, einem Ort irgendwo im Allgäu, der prädestiniert dafür ist, seine Besucher auf Weihnachten einzustimmen. Als Figuren sind hier Nelly und Alex zu nennen. Sie reist auf der Suche nach Inspiration in den Ort, er lebt hier schon sein ganzes Leben und trägt ein Geheimnis mit sich. Das erste Aufeinandertreffen ist einfach herzallerliebst, daher muss ich dir direkt ein Zitat mit auf den Weg geben.
Wenn sie dich nach dem Weg fragt, sagst du ihr, dass sie in die Stadt kommt, wenn sie rechts abbiegt. Wenn sie sich nach links wendet, wird sie in einem Bogen wieder bei dir landen, und du kannst sie um ein Date bitten.
Der Rat kommt übrigens von Alex Cousine, mit der er zusammen in der Autowerkstatt seines Onkels arbeitet und wechselweise den Winter- und Abschleppdienst übernimmt. Mit sie ist Nelly gemeint, die mit ihrem Mini auf dem Weg nach Schneeberg ist und nach dem Weg fragt. Alles, was danach kommt, ist eine wunderbare Geschichte, die ich in knapp drei Tagen verschlungen habe.
Die Protagonisten Nelly und Alex wechseln sich als Ich-Erzähler ab und geben mir so direkten Einblick in ihr Leben. Nelly ist selbstständige Grafikerin, und nach einem Streit mit ihrer besten Freundin fehlt ihr die Inspiration. So gelangt sie nach Schneeberg, in der Hoffnung, dort Ideen für ihren Auftraggeber zu erhalten. Gewünscht sind winterliche Motive für alle möglichen Papeterieerzeugnisse. Alex arbeitet, wie schon erwähnt, als Kfz-Mechaniker und trägt ein Geheimnis mit sich herum, das zum Ende hin für sehr viel Spannung sorgen wird. Für kleine Konflikte zwischendurch sorgt auch sein Bruder, der scheinbar in allem nur perfekt ist. Das veranlasst Nelly zu folgendem Spruch.
Chirurgen sind am Ende auch nur Handwerker.
An dieser Stelle habe ich laut gelacht, wie beim Lesen immer wieder. Denn die ein oder andere Situation sorgt für Schmunzelmomente. Dazu gehört auch schon der Name von Alex Berner Sennenhund Lieschen Müller, einfach zu schön. Aber es gibt auch stille Momente, die Nelly durch ihre Familiensituation mitbringt. Dazu muss ich dir unbedingt folgendes Zitat mitgeben.
Wenn ich die Chance bekomme, mich unter eine Familie zu mischen, und sei es nur für einen Abend, nehme ich dieses Angebot an wie eine Heroinsüchtige, die vom Dealer den nächsten Schuss geschenkt bekommt.
Was sich dahinter verbirgt, wird Nelly dir beim Lesen verraten. Ich habe sie einfach ins Herz geschlossen und besonders die anfängliche Interaktion zwischen Alex und ihr genossen. Es war ein wunderbares Miteinander ganz nach meinem Geschmack. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und mich mit der Geschichte schon mal auf den Winter eingestimmt. Meinetwegen darf der erste Schnee jetzt kommen. Der Herbst wird absolut überbewertet.
Bist du schon bereit für winterliche und weihnachtliche Geschichten? Liebst du Weihnachtsdeko, die dein ganzes Haus oder deine ganze Wohnung erstrahlen lässt? Dann habe ich hier einen Liebesroman für dich, der in der verschneiten Winterlandschaft des Allgäus spielt. In Alpenwinterküsse von Jana Lukas nehmen dich Nelly und Alex mit auf eine ganz besondere Reise. Du darfst mit Nelly zusammen Bilder von der winterlichen Kulisse zeichnen und mit Alex vor seinem Bruder flüchten. Freue dich auf gemütliche Stunden vorm Kamin und den Zauber von Mistelzweigen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die winterliche Liebesromane lieben. Ich würde jetzt zu gerne nochmal nach Schneeberg reisen und heimlich durch die Fenster schauen.