Der Tower von Ivar Leon Menger hat mich definitiv gut unterhalten. Das Buch hat Tempo, ist spannend geschrieben und das Thema fand ich wirklich interessant. Gerade dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und man als Leser immer weiter hinter die Fassade schauen möchte, funktioniert richtig gut. Langeweile kam bei mir jedenfalls nicht auf.Mein Problem begann eher dort, wo ich angefangen habe, über manche Dinge etwas genauer nachzudenken. Denn dann zeigen sich einige Logik und Plausibilitätsprobleme, bei denen ich mir mehr Sorgfalt gewünscht hätte. Gerade wenn Überwachung und moderne Technik eine so wichtige Rolle spielen, sollte das Ganze auch innerhalb der eigenen Regeln funktionieren. An einigen Stellen scheint die Technik allerdings genau das mitzubekommen, was für die Handlung gerade praktisch ist und anderes erstaunlicherweise nicht.Auch bei kleineren Details gibt es Ungereimtheiten, die für sich genommen nicht dramatisch wären, sich aber irgendwann summieren. Dazu kommen einzelne Entwicklungen zum Ende hin, die für mich medizinisch beziehungsweise logisch nur schwer nachvollziehbar waren.Die Idee mit den unterschiedlichen Enden fand ich dagegen zunächst richtig cool. Leider wird dieses Spiel für mich durch den anschließenden Epilog etwas zunichtegemacht, weil dort ziemlich deutlich vermittelt wird, welche Variante nun eigentlich die richtige sein soll. Da hätte ich es stärker gefunden, den Leser wirklich mit seiner eigenen Entscheidung zurückzulassen.Unterm Strich ist Der Tower für mich deshalb ein spannender Pageturner mit einer starken Grundidee und ordentlich Tempo, der beim genaueren Hinsehen allerdings einige Risse bekommt. Während des Lesens funktioniert vieles erstaunlich gut. Danach sollte man vielleicht einfach nicht mehr zu lange darüber nachdenken. ¿3 Sterne.