Auf Burg Otranto will Fürst Manfred die Herrschaft seines Hauses sichern. Am Hochzeitstag seines kränklichen Sohnes Conrad zerschmettert ein riesenhafter, übernatürlicher Helm den Bräutigam. Um dennoch einen Erben zu zeugen, verstößt Manfred seine fromme Frau Hippolita und verfolgt die Braut Isabella, die durch die Gewölbe der Burg flieht. Ein rätselhafter junger Bauer hilft ihr, während weitere unheimliche Vorzeichen die Burg erschüttern. Horace Walpoles 1764 anonym erschienenes Werk - zunächst als Übersetzung eines angeblich 1529 in Neapel gedruckten Manuskripts ausgegeben - gilt als erster Gothic-Roman. Erst in der zweiten Auflage bekannte sich Walpole zur Autorschaft und formulierte sein Programm: die Verschmelzung der alten, phantastischen Romanze mit der Wahrscheinlichkeit des modernen Romans. Von hier führt die Linie der Schauerliteratur zu Radcliffe, Lewis, Maturin, Shelley und Stoker. Diese vollständige Neuübersetzung folgt dem Original ungekürzt und bewahrt beide historischen Vorreden - die vorgetäuschte des angeblichen Übersetzers und die wahre des sich bekennenden Verfassers. Bibliotheca Gothica, Band 1, Paulini Publishing.