Nachdem ich den ersten Band bereits gelesen hatte, habe ich auch Hunting Adeline vor allem deshalb zur Hand genommen, weil ich das Buch ohnehin schon zu Hause hatte. Leider kann ich auch zum zweiten Teil nicht viel Positives ergänzen.
Der Schreibstil hat mich erneut nicht überzeugt. Teilweise wirkten die Sätze merkwürdig formuliert, sodass ich auch nach mehrmaligem Lesen über den eigentlichen Sinn gestolpert bin. Das hat meinen Lesefluss deutlich beeinträchtigt.
Adeline macht im Verlauf der Geschichte zwar eine gewisse Entwicklung durch und wirkt insgesamt stärker als zuvor. Dennoch konnte ich ihre schnelle Bereitschaft, nach allem Erlebten wieder körperliche Nähe zu Zade zuzulassen, nicht ganz nachvollziehen. Für mich fühlte sich diese Entwicklung nicht glaubwürdig an. Zade hingegen scheint in meinen Augen kaum eine Weiterentwicklung durchzumachen. Besonders irritierend fand ich sein widersprüchliches Verhalten: Einerseits gibt er Adeline Zeit zur Verarbeitung ihres Martyriums, andererseits verletzt er sie kurz darauf erneut, indem er ihre Narben wieder aufschneidet. Dieses Hin und Her wirkte auf mich wenig stimmig.
Auch Sibby blieb für mich wie schon im ersten Band ein Charakter ohne erkennbaren Mehrwert. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch ohne sie funktioniert. Auch ihr Verschwinden mit Kraven, ohne Hinweise auf das Warum, fand ich fragwürdig. Ähnlich empfand ich das Tagebuch, das Adeline während ihrer Gefangenschaft unter einer Bodendiele findet. Es sollte vermutlich eine Verbindung zum ersten Band herstellen, erschien mir jedoch überflüssig. Zudem bleibt offen, warum das Tagebuch irgendwann nicht weitergeführt wird, was bei mir eher Fragen hinterließ als Spannung erzeugte.
Die Handlung insgesamt konnte mich ebenfalls nicht fesseln. Besonders die Figur Claire und ihre Beweggründe wirkten auf mich konstruiert und wenig überzeugend. Große Spannungsmomente blieben für mein Empfinden aus; die Geschichte plätscherte größtenteils vor sich hin. Auch die häufige Verwendung sehr derber Ausdrücke wirkte auf mich stellenweise unpassend und dadurch eher unauthentisch.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, weshalb ich es nicht weiterempfehlen würde.