Zunächst hat mich sowohl das Cover als auch der Anfang der Geschichte sehr an die Dora Heldt Romane um Christine und Heinz erinnert. Recht bald hab ich dann gemerkt, dass es doch in eine andere Richtung geht - mit nicht ganz so viel Witz und mehr Tiefgang.
Papa Bruno kommt anfangs sehr mürrisch und eigenbrötlerisch rüber. Dadurch ergeben sich durchaus lustige Szenen. Im Laufe der Geschichte erfährt man jedoch mehr über ihn und warum er so ist wie er ist. Man kann sein Verhalten und seine Ansichten besser verstehen und beginnt mit ihm mitzufühlen.
Die Töchter Netti und Ellen könnten scheinbar nicht unterschiedlicher sein, oder wie es im Buch heißt: wie Feuer und Wasser. Netti, die erfolglose Schauspielerin, kunst- und kulturbegeistert, emotionale und aufopferungsvolle alleinerziehende Mutter eines inzwischen achtzehnjährigen Sohnes, der sich langsam von ihr freistrampeln möchte, und Ellen, die erfolgreiche, rational denkende Karrierefrau, verheiratet, keine Kinder und immer darauf bedacht alles zu organisieren, effektiv zu planen und unter Kontrolle zu haben. Doch der Schein trügt. Auch über diese beiden erfährt man im Laufe der Geschichte viele Hintergründe und versteht ihre Beweggründe besser. Und letztendlich sind sie Schwestern und halten trotz aller Unterschiede wenns ernst wird zusammen.
Die "Mitfahrgelegenheit" Giorgio erscheint anfangs recht unsympathisch und undurchschaubar, taut aber im Laufe des Buches auf und wird, gemeinsam mit seiner Nichte Lulu, nicht nur Teil der Reisegesellschaft sondern letztendlich auch der kleinen Familie um Bruno.
Das Ende ist einerseits sehr versöhnlich und schön, lässt aber andererseits auch noch ein paar Fragen offen: Was ist mit Sophia, die einstige Urlaubsbekanntschaft von Bruno und seiner Frau Louise? Welche Rolle hat sie damals gespielt und wie geht es mit ihr weiter?
Das Buch und seine Geschichte hat mich sofort gepackt, mich mit nach Italien genommen und mich mit den Hauptpersonen mitfühlen lassen.
Es vereint Urlaubsflair, Familiengeschichte und auch Liebesgeschichte in einem ohne kitschig zu werden.
Für mich eine klare Weiterempfehlung!