Die Bienenfrau kümmert sich intensiv und fast liebevoll um ihre Bienenvölker. Doch es gibt Unruhe auf dem Svartskog-Hof, auf dem sie lebt. Die Polizei interessiert sich für einen Verkehrsunfall und gräbt die Umgebung und die Vergangenheit um. Wie wird die Bienenfrau mit dieser plötzlichen Unruhe fertig?
* Atmosphäre: überschaubares Setting mit einer kaum durchdringbaren Bienenfrau
* Kernthema: Ein Verkehrsunfall, der Fragen aufwirft und sich zu einer Mordermittlung ausdehnt.
* Spannung: Schichtweises Aufdecken, aber leider ohne richtigen Zug
* Für Fans von: Kriminalliteratur mit skandinavischem Flair
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WORUM ES GEHT
Vigdis Malmstrøm ist eine Ermittlerin, die mit ihrer Erfahrung auch auf unscheinbare Details achtet. Daher ist sie schnell sicher, dass hinter dem offensichtlichen Verkehrsunfall mehr steckt. Sie untersucht die Geschichte der tödlich verunglückten Kindergärtnerin May-Britt und krempelt dabei das kleine norwegische Dorf und seine Bewohner um. Hier kennt jeder jeden und dieser idyllische Sommer verbirgt einige Überraschungen.
Vor zwei Jahren ist die damals 19-jährige Iris Bjerkan verschwunden. Plötzlich tauchen hier Zusammenhänge auf, die unmöglich Zufälle sein können und Vigdis wird in eine aufwändige Mordermittlung katapultiert.
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MEIN EINDRUCK
Mit Die Bienenfrau geht eine Trilogie an den Start. Als Fan von skandinavischer Spannungsliteratur komme ich natürlich nicht an dieser Geschichte, geschrieben von Eva Fretheim, vorbei. Ich hatte auf einen dunklen Thriller in Norwegen gehofft und wurde leider in meiner persönlichen Hoffnung enttäuscht. Andere Leserinnen und Leser werden dieses Buch sicherlich anders bewerten. Ich lege immer Wert auf Handlung, Spannung und Figuren in einer Geschichte. Tatsächlich konnte mich keiner dieser Punkte voll überzeugen.
Die Hauptermittlerin Vigdis Malmstrøm bleibt für mich sehr oberflächlich. Ich habe natürlich bemerkt, dass sie schlauer ist als andere, Details aufnimmt, durchdenkt und die richtigen Schlüsse ziehen kann. Aber was sie wirklich fühlt, bleibt weitestgehend unterhalb der Sichtlinie. Einzig ihre persönlichen Probleme bei der Erziehung ihres Sohnes und ihre ungewöhnliche Liebschaft, aus der der Sohn entstanden ist, geben ihr eine emotionale Note, die mit der Geschichte inhaltlich aber wenig zu tun hat.
Bei der namensgebenden Bienenfrau Unn Hansen muss ich zugeben, dass ich sie nicht verstanden habe. Sie tritt als nebulöse Figur auf, die - so hat man den Eindruck - auf der einen Seite von allen unterschätzt wird. Sie muss im Rückblick sehr schlau sein, hat aber überhaupt keinen richtigen Lebensplan, keine langfristige Motivation und verliert sich in der Pflege ihrer Bienenvölker. Dass ihr Handeln in Teilen nur als Möglichkeit oder sogar direkt im Konjunktiv beschrieben wird, hat mich maximal verwirrt.
Der Plot dagegen ist im Entwurf eigentlich rund. Wenn ich die Fixpunkte der Handlung betrachte, sehe ich eine hervorragende Grundlage für eine gute Kriminalgeschichte. Auch sind die Perspektiven in meinen Augen gut gewählt, so dass ich als Leser einen guten Überblick über das Geschehen bekomme. Sehr gut getroffen ist die norwegische Dorf-Idylle in einem so bunten Sommermoment.
Allerdings nimmt mich die Beschreibung dieser Welt nicht an die Hand. An der Maxime Show, dont tell gemessen, sollten Leser Figuren mehr fühlen und die Emotionen auf diesem Weg erleben. Dies ist in diesem Buch leider nicht durchgängig gelungen. Ich konnte auch keine unterschwellige Verbindung oder Linie zwischen der Geschichte und der beschriebenen Liebe zum Bienenvolk, insbesondere der Rolle der Königin entdecken.
Aus diesen Gründen empfand ich dieses Buch als sehr zäh, sodass ich nicht in den gewünschten Lesefluss kam und wenig Neugier auf den Fortgang dieser Geschichte empfand.
Der zweite Teil Der Vogelkönig erscheint bereits am 11.12.2026 und der dritte Band Die Eistochter folgt dann am 12.03.2027.
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MEIN FAZIT
Die Bienenfrau fühlt sich für mich an wie ein längeres Schachspiel, bei dem ich vom Nebentisch aus zuschauen, aber nicht mitspielen darf. Die Figuren blieben für mich blass und teilweise sogar unverständlich. Dieser Thriller konnte leider keine Sogwirkung auf mich entwickeln.