Der Wald ist stumm von Dagmar Rosenbauer ist der zweite Teil einer Kriminalromanreihe um die Ermittler Marley Leonard, Chefin der Polizeidirektion in Neuruppin, und Richard Wagner, seines Zeichens ehemaliger Berliner Polizeisprecher. Unterhaltend mit einem komplexen Aufbau der Szenerie und detailliert ausgearbeiteten Charakteren präsentiert die Autorin eine Geschichte, die regionale Besonderheiten verarbeitet und nimmt das mir weniger bekannte Geschäft der Holzmafia genauer unter die Lupe.
Als die Nachricht vom Tod von Marley Leonards Stellvertreter Walter Meyer sie erreicht, der von ihr persönlich in die Dienststelle Perleberg versetzt wurde, ist sie geschockt. Hat sie die dringenden Hinweise ihres Kollegen zum Holdiebstahl im großen Umfang unterschätzt, gar ignoriert? Die Ermittlungstätigkeit wird aufgenommen und erfährt enormen Druck als auch noch die Denkmalschützerin der Örtlichkeit unauffindbar bleibt.
Wendungsreich und unterhaltend gestaltet die Autorin der Theater- Film- und Fernsehwissenschaft ihre Geschichte, die mit interessanten regionalen Details gespickt ist. Vorkenntnisse aus dem ersten Teil sind nicht notwendig, weil Informationen zu den Protagonisten, um sie näher kennenzulernen, mitgeliefert werden. Ein unaufgeregter Schreibstil mit gut ausgearbeiteten Details zum vorliegenden Fall zeigen Wirkung beim Lesen und sorgen für angenehmen Lesespaß.