Narbenwald¿ war für mich deutlich stärker als viele Thriller, die ich dieses Jahr gelesen habe, und ich kann das Buch wirklich empfehlen.
"Narbenwald" erzählt seine Geschichte aus drei Perspektiven: aus den Ermittlungen, aus der Sicht eines YouTubers und aus dem Kopf des Täters. Und gerade die Kapitel aus Tätersicht waren für mich das absolute Highlight.Diese Passagen hatten etwas Rohes, Dunkles und beinahe Intimes. Man kommt seinen Gedanken unangenehm nah und genau dadurch entsteht eine richtig beklemmende Atmosphäre. Für mich ganz klar der stärkste Teil des Buches.Den YouTuber mochte ich dagegen auf eine völlig andere Art. ¿¿¿¿¿¿Er war mir erstaunlich schnell sympathisch und hat mit seiner Art etwas Lockerheit in die ansonsten sehr düstere Geschichte gebracht. Ich hoffe wirklich, dass er nach diesem Band nicht einfach von der Bildfläche verschwindet. ¿Und dann dieses Ende. ¿Ich habs geliebt und die Auflösung fand ich richtig stark. Schockierend, clever konstruiert und vor allem so stimmig, dass viele Details im Nachhinein noch einmal ein ganz anderes Gewicht bekommen.Ich liebe es, wenn ein Thriller nicht nur auf einen einzelnen Überraschungsmoment setzt, sondern man am Ende merkt: Das war die ganze Zeit durchdacht.¿Und dann noch dieses kleine Detail mit dem roten Kleid. So unscheinbar und trotzdem genau die Art von Detail, die dem Ende noch einmal diesen besonderen Kick gibt.Genau sowas bleibt bei mir hängen.Ganz ohne Kritik komme ich aber nicht davon. Gerade am Anfang nimmt sich die Geschichte für meinen Geschmack an manchen Stellen etwas zu viel Zeit. Einige Abläufe werden sehr ausführlich beschrieben Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich die Geschichte festgebissen. Diese Mischung aus Ermittlungen, YouTube, Tätergedanken und einem wirklich starken Finale hatte am Ende genau diesen leicht ungesunden Sog, den ich bei Thrillern mag.Für mich 4,5 von 5 Sternen. ¿¿¿¿¿¿¿¿¿