Dies ist eine typische Gespensterhausgeschichte, die trotzdem viele Überraschungen bereithält. Vor allem Margaret, die unglaublich starke Hauptprotagonistin gefiel mir sehr. Es ist auch sie, die diese Geschichte erzählt. Da man alles aus ihrer Sichtweise erfährt, bekommt man auch manchmal Zweifel, ob alles sich genau so zugetragen hat. Vielleich ist sie auch einfach eine geisteskranke alte Frau, die Sachen sieht, die gar nicht da sind. Und so was liebe ich. Man wird ständig dazu aufgefordert mitzudenken und sich selbst eine Meinung zu dem Ganzen zu bilden. In diesem Roman kommt dann auch noch dazu, dass man am Ende nicht im Dunkeln stehen bleibt, aber wirklich erfährt, was Sache ist. Das mochte ich sehr.
Es war sehr interessant das Haus, seine Bewohner und ihre Vergangenheit näher kennenlernen zu dürfen. Nach und nach erfährt man, was da alles passiert ist und wie es dazu gekommen ist, dass jeden September in dem Haus die Hölle ausbricht. Auf jeden Fall ganz viel Respekt für Margaret, dass sie sich nicht einschüchtern lässt, obwohl sie es oft auch nicht einfach hat, mit der Situation klarzukommen.
Ihre Tochter Katherine, die nach dem Verschwinden ihres verhassten Vaters, eine Weile bei ihrer Mutter einzieht, weil sie sich auf der Suche nach ihm machen möchte, mochte ich gar nicht. Sie ist so überheblich und ich-bezogen. Sie stürmt da in Margarets Leben rein und stellt einfach mal alles auf den Kopf ohne Rücksicht zu nehmen. Und warum? Weil sie herausfinden möchte, was mit ihrem verschwundenen Vater passiert ist, den sie eigentlich eh nicht sehen möchte. Irgendwie hat das für mich etwas komisch gewirkt, aber Familien funktionieren halt nicht immer sehr logisch.
Und obwohl dieses Buch eigentlich eine haarsträubende Gespensterhausgeschichte mit einigen ziemlich krassen Szenen ist, ist es auch eine dramatische Familiengeschichte. Man erfährt viel über die eher unschöne Ehe von Margaret und Hal, und versteht dann auch, wieso Margaret mit den ganzen Schrecken im Haus so gut klargekommen ist. Aber auch für die Ungeheuerlichkeiten der Vergangenheit spielt eine tragische Familiengeschichte eine wichtige Rolle.
Diesen Horrorroman habe ich in nur ein paar Tage zu Ende gelesen, weil es mich so gefesselt hat. Ich wollte einfach wissen, was da genau los war und mehr über dieses Haus und seine Bewohner erfahren. Mir hat sehr gut gefallen, dass die übernatürlichen Elemente nicht langsam und auf geheimnisvolle Weise eingeführt werden, aber das man sofort ins kalte Wasser geworfen wird. Meiner Meinung nach absolut lesenswert!