
Der jüngste afrikanische Staat, Südsudan, sieht sich nach seiner Unabhängigkeit vom Sudan Herausforderungen und Problemkonstellationen gegenüber, die sich auf verschiedenen sozio-politischen Ebenen manifestieren und auf einen multidimensionalen Transformationsprozess hinweisen. Die globale politische Situation hat ebenfalls Einfluss auf den untersuchten Kontext und muss in der folgenden Analyse des thematischen Komplexes hinsichtlich der Entwicklungsperspektiven des neusten Staates berücksichtigt werden. Insbesondere die signifikante Intensivierung des internationalen Sicherheitsklimas aufgrund von Schocks wie dem Ukraine-Russland-Krieg 2022 verstärkt die bereits große Bedeutung der Geopolitik als Leitprinzip für internationale Akteure zur Aufrechterhaltung einer Ordnung. Deutliche Anzeichen prekärer Staatlichkeit, interner gewaltsamer Konflikte und der Zugang zu Ölressourcen in der Grenzregion zwischen Südsudan und Sudan sind die offensichtlichsten Problembereiche, die diskutiert werden müssen und die die Entwicklung des Staates Südsudan und seiner Zivilgesellschaft prägen. Die Teilung Sudans transformiert bestehende Konfliktlinien und schafft neue Variablen für die Untersuchung. Die anhaltend prekäre Sicherheitslage im Südsudan beeinflusst weiterhin die Region und verändert das Machtgleichgewicht zwischen den Nachbarstaaten sowie deren außenpolitische Optionen durch die Transformation von Akteursgruppen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. - Methodik und Empirie. - Region Südsudan und historische Einordnung. - Repräsentationen von Staat: State- und Nation-Building im Südsudan. - Akteursanalyse: Persistenzen und Transformationen. - Erdöl im Südsudan zwischen Konflikt und Entwicklung. - Zusammenfassung der Forschungsergebnisse. - Quellenverzeichnis.
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