Cozy Herbstvibes, ein grummeliger Cowboy und eine Ziege mit Starpotenzial. Leider störten mich einige Korrekturfehler.
Manchmal braucht es eine Flucht, ein bisschen Herbstluft, einen wortkargen Cowboy und eine Ziege namens Mojo, um wieder zu sich selbst zu finden. Der Einstieg in die Geschichte ist mir unglaublich leicht gefallen. Die bildhafte Schreibweise ist flüssig und angenehm zu lesen, fast so ruhig dahinplätschernd wie der Tillie River. Das Setting hat mich direkt nach Copper Plains gezogen und dieses ganz besondere Herbstgefühl zwischen Ranchstaub, buntem Laub und Kleinstadtidylle wunderbar eingefangen.Besonders gut gefallen hat mir Josies Entwicklung. Ihre Selbstzweifel, die Suche nach sich selbst und der Weg dahin, herauszufinden, was sie eigentlich wirklich möchte, wurden für mich sehr schön und nachvollziehbar umgesetzt. Auch die Emotionen sind bei mir angekommen und gerade die Entwicklung der Figuren hat der Geschichte eine schöne Tiefe gegeben.Und dann wäre da natürlich noch Aaron. Ein wortkarger, grummeliger Cowboy, der mit wenigen Worten erstaunlich treffsicher sein kann. Dazu Single Dad, Brother's Best Friend und eine Found Family, in der man sich als Leser schnell willkommen fühlt. Und Mojo? Die Ziege hat eindeutig verstanden, wie man sich heimlich zur heimlichen Hauptfigur einer Geschichte macht. ¿¿Einen kleinen Wunsch hatte ich allerdings bei Josies Ex-Verlobtem. Hier hätte ich mir etwas mehr Charaktertiefe gewünscht. Seine Reaktion am Ende kam mir angesichts dessen, wie er zuvor beschrieben wurde, etwas zu schnell und unkompliziert vor. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr Auseinandersetzung und vielleicht auch etwas mehr Widerstand gewünscht.Leider sind mir außerdem einige Fehler aufgefallen, die meiner Meinung nach im Lektorat bzw. Korrektorat hätten auffallen müssen. Innerhalb von gerade einmal zwei Seiten wird beispielsweise ein Kind kurzerhand "umgetauft". Dazu kamen fehlende oder überzählige Wörter, einige Tippfehler und leider auch eine Stelle, an der durch ein fehlendes Wort sogar das Gegenteil von dem ausgesagt wurde, was eigentlich gemeint war. Gerade solche Fehler haben meinen Lesefluss an einigen Stellen leider etwas gestört.Trotzdem habe ich die Zeit auf der Silver Ridge Ranch sehr genossen. Die Kombination aus Small Town, Herbst-Vibes, Cowboy Romance, Found Family und einer guten Portion Gefühl hat für mich wunderbar funktioniert. ¿¿Eine cozy Romance für alle, die sich gerne nach Montana entführen lassen, Herbstlaub unter den Füßen mögen und bei einem grummeligen Cowboy durchaus mal schwach werden. ¿¿¿