Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war für mich klar: du musst dieses Buch lesen! Denn alleine die Schlagworte Gänsehaut, Nordic Noir und Phantom haben bei mir einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen.
Das Buch fängt mit dem Fund einer Leiche an, die sofort für eine packende Atmosphäre sorgt. Gleiches gilt für die Ermittlungen rund um die dubiose Entzugsklinik, was allein schon für eine tolle Grundlage für einen packenden Thriller sorgt.
Ebenso fand ich das Ermittlerteam und deren Zusammenspiel sehr gelungen. Denn jeder der Charaktere hat sein eigenes Päckchen zu tragen, was sie nicht nur menschlicher macht, sondern auch zeigt, dass jeder neben der Arbeit auch noch ein Privatleben besitzt. Gerade Noore hat es mir angetan, da sie eine alte Verletzung trägt, die ihr stark zu schaffen macht und hier gezeigt wird, dass auch sie sich auf einem sehr schmalen Grat bewegt.
Leider konnte das Buch das anfängliche Niveau nicht durchgehend halten und irgendwann war es mir einfach ein bisschen zu viel. Zu viele Charaktere, zu viele Ermittler und zu viele Handlungsstränge, sodass ich irgendwann ein den Überblick verloren habe und nicht mehr zurechtkam, um wen es geht und wie die Konstellation ist.
Da hätten weniger Figuren und Handlungen und mehr atmosphärische Beschreibungen der Umwelt dem Ganzen sehr gutgetan.
Auch konnte mich das Ende nicht wirklich überzeugen, da es zu konstruiert für meinen Geschmack wirkte. Zudem fand ich es enttäuschend, dass der erste Mord vom Anfang überhaupt nicht aufgeklärt wurde und eine wiederkehrende Nebenhandlung einfach so im Sande verlief.
Alles in allem kein schlechter Thriller für zwischendurch, aber durch die Verwirrungen und das schwache Ende bleibt das Buch leider nicht langfristig in Erinnerung.