Bei seinem Debüt gelingt dem Autor Jonathan Held gleich ein spannender und temporeicher Thriller, in dem er ein beängstigendes Szenario entwickelt, das erschreckend realitätsnah rüberkommt und dadurch noch lange über sein Ende hinaus nachwirkt. Mich konnte er dabei auf jeden Fall gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.
In Deutschland und auch über seine Grenzen hinaus breitet sich ein neues und tödliches Virus, dass seinen Ursprung offenbar in der Republik Moldau hat, rasend schnell aus. Während die Gesellschaft kollabiert und Hunderttausende sterben, gibt es aber offenbar auch eine Handvoll Menschen, die gegen das Virus immun sind. Können diese Menschen die Rettung sein ? Und verbirgt sich hinter dem Virus vielleicht sogar ein perfider Plan, für den diese Gruppe zur Gefahr wird ?
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Ständige Orts- und Perspektivwechsel sorgen zudem für ein hohes Erzähltempo mit enormer Sogwirkung. Zeitweise bleibt beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen und es entsteht ein äußerst facettenreicher Blick auf das bedrohliche Geschehen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die zudem sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Und wie es sich für einen guten Thriller gehört gibt es am Ende einen fulminanten Showdown, der eine überzeugende Auflösung präsentiert, bei der auch keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Als Leser bleibt man allerdings mit der beunruhigenden Frage zurück, ob ein solches Szenario nur ausgedacht ist, oder tatsächlich möglich wäre.
Wer auf temporeiche Thriller mit einer ordentlichen Portion Dystopie steht, wird hier bestens bedient und äußerst spannend unterhalten. Und der Autor lässt sich auch eine kleine Hintertür für eine mögliche Fortsetzung offen.