In unserem Universum sind wir unendlich von Sarah Sprinz hat mich emotional wirklich komplett abgeholt. Ich wusste, dass mich dieses Buch aufgrund der Thematik wahrscheinlich nicht unberührt lassen würde, aber wie sehr diese Geschichte unter die Haut geht, hat mich dann doch überrascht.Schon die Ausgangssituation rund um Ansel und Emil hat mich unglaublich berührt. Während Ansel sein Pflegepraktikum absolviert, lernt er Emil kennen, dessen Leben durch seine unheilbare Diagnose von Anfang an von der Gewissheit geprägt ist, dass seine Zeit begrenzt ist. Und genau dieses Wissen macht ihre Geschichte gleichzeitig so wunderschön und so schmerzhaft. ¿Die beiden Charaktere waren für mich ein absolutes Highlight. Sie wirken authentisch, sympathisch und vor allem unglaublich menschlich. Ihre Gefühle, Ängste und Unsicherheiten waren für mich jederzeit nachvollziehbar. Besonders schön fand ich, wie sich ihre Beziehung entwickelt und wie viel Raum auch die tiefen Gespräche zwischen ihnen bekommen. Es geht nicht nur um eine klassische Liebesgeschichte, sondern vielmehr darum, was es bedeutet, jemanden zu lieben, obwohl man weiß, dass man ihn irgendwann verlieren könnte.Sarah Sprinz schafft es dabei, unglaublich schwere Themen anzusprechen, ohne dass sich die Geschichte ausschließlich schwer und bedrückend anfühlt. Trotz Krankheit, Verlust und Schmerz gibt es Humor, Leichtigkeit und wunderschöne Momente. Gerade diese Mischung hat die Geschichte für mich so besonders gemacht.Ein weiteres Highlight war für mich der Roadtrip durch England und Schottland. ¿¿¿¿¿¿¿¿ Die engen Straßen, der Regen, die Landschaft und die gemeinsamen Erlebnisse haben eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen ständig dieses bittersüße Gefühl, weil man als Leser weiß, dass über allem diese unausweichliche Diagnose schwebt.Was mich besonders getroffen hat, ist die Botschaft, dass Liebe nicht immer jemanden retten kann. Manchmal kann sie eine Krankheit nicht besiegen, einen Verlust nicht verhindern oder die Zeit einfach anhalten. Aber Liebe kann tragen. Sie kann einem Menschen Kraft geben, Momente unvergesslich machen und dafür sorgen, dass selbst eine begrenzte Zeit sich unendlich anfühlt. ¿¿¿¿Das Buch hat mich an einigen Stellen wirklich zerstört. Es gab Momente, in denen ich einfach weiterlesen musste, obwohl ich emotional eigentlich eine Pause gebraucht hätte. Gleichzeitig gab es so viele wunderschöne Szenen, die mir noch lange nach dem Beenden der Geschichte im Kopf geblieben sind.Auch die LGBTQ+-Romance hat mir unglaublich gut gefallen. Die Verbindung zwischen Ansel und Emil steht klar im Mittelpunkt und fühlt sich dabei weder aufgesetzt noch überhastet an. Ihre Geschichte entwickelt sich auf eine sehr natürliche und emotionale Weise.Für mich ist dieses Buch eine Geschichte über Liebe, Zeit, Abschied, Verlust und darüber, wie kostbar die kleinen Momente im Leben eigentlich sind. Es ist herzzerreißend, krass emotional und gleichzeitig wunderschön. Die Charaktere habe ich unglaublich schnell ins Herz geschlossen und gerade ihre tiefen Emotionen haben dafür gesorgt, dass ich richtig mit ihnen mitgefühlt habe.