Familie Brunner hat das kleine Skiresort "Gipfelruh" in den Salzburger Bergen als Urlaubsort für den Jahreswechsel ausgesucht. Dort ahnt niemand, was auf sie zukommt. Denn wo die Brunners Ferien machen, geschieht bald ein Mord. Kaum ist der Jahreswechsel geschafft, geht eine Lawine ab und begräbt einen Teil des Hüttendorfs unter Schnee. Die Naturgewalt fordert ein Opfer. In den Trümmern von "Haus Steinsee" liegt eine Tote. Die reiche Caroline Ballinger, die mit ihrer arroganten, schroffen Art viele gegen sich aufgebracht hat. Zudem ist Gipfelruh von der Umwelt abgeschlossen. Die Schneemassen haben die Zufahrt verschüttet und den Handymast zerstört. Den Brunners ist klar: Jetzt sind sie gefordert.
Tim Eckhaus lässt seine Amateurdetektive, die Wiener Familie Brunner, erneut einen Urlaub der speziellen Art erleben. Auch in "Alpenmord und Schneegestöber" gehen sie auf Mörderjagd. Der unterhaltsame Krimi ist auch ohne Kenntnis von Band 1 gut lesbar.
Familie Brunner, das sind Brigitte, Lehrerin für Werken und Chemie, der Arzt Franz und ihre Kinder, der Sportstudent Max, und die Gymnasiastin Rebecca, die "Wikipedia" der Familie. Dank ihres orangefarbenen alten VW-Busses verfügen sie über eine gute Ausstattung an nützlichen Dingen. Seit ihrem letzten Urlaub (s. "Alpenmord und Almgedudel") besitzen sie Erfahrung als Hobbyschnüffler. Also beginnen sie mit Nachforschungen. Dabei schrecken sie auch vor unkonventionellen oder gefährlichen Maßnahmen nicht zurück. Ihre Ermittlungen zeigen Erfolge. Nahezu jeder in Gipfelruh hatte ein Mordmotiv. Die Brunners kommen dem Täter auf die Spur und geraten prompt in Lebensgefahr.
Tim Eckhaus erzählt seine Geschichte locker-flockig und vernachlässigt weder Lokalkolorit noch Humor. Mir gefallen die wiederholten Spitzen gegenüber den Hauptstädtern und der fein dosierte Schmäh. Der Fall kommt dabei nicht zu kurz. Mitraten ist möglich und macht Spaß. Nach mehreren Wendungen glauben sich die Brunners am Ziel, doch eine falsche Kombination kostet sie fast ihr Leben. Letztlich bekommt der Fall einen logischen Abschluss und ein Ende, das zu einem Cosy Crime passt. Tim Eckhaus hat mich spannend unterhalten und lang an der Nase herumgeführt. Lediglich in einer Hinsicht erweisen sich die Brunners als ungewohnt naiv. Das hat mein Lesevergnügen aber nur wenig getrübt. Vielmehr überlege ich schon, wohin die Familie Brunner demnächst verreist. Vielleicht zum Tauchurlaub an den Bodensee?
4,5 Sterne