Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen wollte. Eine Geistergeschichte in Flandern während des Ersten Weltkrieges kann ich einfach nicht widerstehen. Dazu sah das Buch dann auch noch so unglaublich schön aus. Obwohl es auch ein wunderschönes limitiertes Hardcover direkt beim Verlag gab, habe ich mich doch für das Paperback entschieden, weil ich das einfach angenehmer zum Lesen finde.
Die Geschichte an sich gefiel mir sehr gut. Einerseits erfährt man, was Freddie als Soldat in Passchendaele erlebt und andererseits lernt man Laura, die als Krankenschwester erst in Brandhoek und dann später in Couthove arbeitet, besser kennen. Beide Geschichten zeigen, wie grausam und erbarmungslos einen Krieg sein kann.
Und obwohl Leid und Trauma im Buch allgegenwärtig sind, sind es Liebe und Hilfsbereitschaft, die meiner Meinung nach eine kräftige, zentrale Rolle gespielt haben. Da man die Protagonisten so intensiv und in extreme Ausnahmesituationen kennenlernt, kommt man sie sehr nahe. Die ganze Zeit habe ich mit den beiden mitgefiebert, weil ich auch selbst keine Ahnung hatte, wie man schlussendlich zu einer guten Lösung kommen konnte. Lange sah alles sehr hoffnungslos aus.
Faland, der Fiedler, hat mir sehr gut gefallen. Er ist mysteriös und bedrohlich, aber irgendwie konnte ich ihn nachvollziehen. Ich mochte ihn nicht, aber als Böse habe ich ihn auch nicht empfunden. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass auch er mit Verzweiflung zu kämpfen hatte.
Insgesamt eine spannende, emotional intensive und berührende Geschichte, die mich von Anfang an in seinen Bann geschlagen hat. Auf mich wirkte die Handlung ruhig, obwohl unglaublich viel passiert, und gut ausgearbeitet.Empfehlenswert für alle, die mysteriöse und tiefgründige Geistergeschichten mögen.