Ich habe die komplette Reihe gelesen und finde sie einfach toll! Auch dieser vierte Band hat mich wieder vollends überzeugen können!
Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, der sich nicht nur gut lesen lässt, sondern auch dabei hilft, schnell alles um sich herum zu vergessen und ganz in das Geschehen einzutauchen.
Inzwischen befinden wir uns in den Siebzigerjahren und reisen zurück nach Norderney.
Im Kurhotel am Meer versuchen Paul und Charlotte Washeimer alles, um den Familienbetrieb am Laufen zu halten und den Gästen einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen.
Karin ihre Tochter möchte irgendwann gerne in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, doch nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung zur Kinderpflegerin will sie zuerst einige Zeit in diesem Beruf verbringen.
Sie fängt einen Job im Kindererholungsheim an, doch schnell wird sie mit den strengen Erziehungsmethoden, die dort an der Tagesordnung stehen, konfrontiert. Die junge Frau ist erschüttert. Nicht nur, weil vieles davon nichts mit dem zu tun hat, was sie in ihrer Ausbildung gelernt hat, sondern auch auf persönlicher Ebene. So sollte nicht mit Kindern umgegangen werden!
So geht es auch dem jungen Medizinstudenten Alexander, als er für ein Praktikum in das Heim kommt und die Zustände dort sieht. Ihm ist klar, dass er nicht einfach still bleiben und nur zusehen kann.
Die Sorge um die Kinder, aber auch Sympathie füreinander lässt die beiden schnell eine enge Beziehung aufbauen. Karin ist zusätzlich inzwischen auch mit seiner Schwester Grit befreundet. Sie wohnt im Kurhotel ihrer Eltern, da sie sich von einem Unfall erholen muss.
Michael, der Krankengymnast, soll ihr dabei helfen, ihre Beweglichkeit zurückzubekommen. Sie merkt gar nicht, dass er sie mag und viel Potenzial in ihr sieht, denn sie ist viel zu sehr von ihrer Schwärmerei für den Konditor vor Ort abgelenkt
Diesmal ist der Hauptschauplatz nicht das Hotel, sondern das Kindererholungsheim. Die in diesem Roman behandelte Thematik berührt einen sehr und ist teilweise keine leichte Kost.
Die Art und Weise, wie mit den Kindern umgegangen wurde, schmerzt einen. Ich finde es stark, dass die Autorin nicht davor zurückschreckt, dieses Thema in ihrem Buch zu behandeln.
Es war für mich toll zu sehen, wie sowohl Karin, als auch Alexander erkennen, dass es wichtig ist, seine Stimme für die richtige Sache einzusetzen und nicht still zu bleiben. Vor allem dann, wenn es um hilflose Geschöpfe geht.
Wie erwähnt, ist die gesamte Reihe einfach super, doch dieser letzte Band hat nochmal eine zusätzliche Tiefe, die dazu führt, dass das Gelesene noch einige Zeit in mir nachgewirkt hat.