Ruhige, atmosphärische Familiensaga über drei starke Frauen, die berührt und neugierig auf Band 2 macht.
HandlungBei dem Buch ¿Die Honigfrauen ¿ Ein Sturm zieht auf¿ handelt es sich um Band 1 einer historischen Familiensaga. Ludwig Honig gilt als bekannter und beliebter Konditormeister im bergischen Land. Als er verstirbt, hinterlässt er nicht nur seine Ehefrau Auguste Honig und seine Enkelin Irma, sondern auch seine Geliebte samt unehelichem Kind namens Harriet.Die 3 Frauen stehen im Mittelpunkt der Geschichte und auf liebevolle Weise erfahren wir um ihre Wünsche und Träume, aber auch ihre Ängste, Sorgen und Dilemma.Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin das bergische Land mit seinen Traditionen und sozialen Erwartungenlebendig werdenlässt, zu einer Zeit, in der strenge gesellschaftliche Normen und familiäre Pflichten das Leben von Frauen bestimmt. Diehistorischen Details sind fein dosiertund schaffen einglaubwürdiges Bildder damaligen Lebenswelt, ohne den Roman zu überfrachten.Das Erzähltempo ist hierbeiangenehm langsamgehalten und Stück für Stück wird eine Spannung aufgebaut, dieneugierigmacht und immer wiederüberrascht. Wir erhalten nicht nur einen Einblick in die damalige Zeit, sondern dank der 3 Erzählstränge auch eintiefgreifendes Gefühlfür unsere 3 Protagonistinnen. Wer an dieser Stelle eine reißerische Spannung erwartet, wird sie hier nicht finden. Es isteher eineruhige Geschichte, die sich hervorragend zum Runterkommen und Entspannen eigenen.CharaktereDie Figuren Auguste, Irma und Harriet sindliebevoll gezeichnet. Über einepersonale Erzählperspektivelernen wir den Alltag der Figuren kennen. Dabei wirken die Figurenvielschichtigund zeigen im Verlaufüberraschende Facetten. Ihre inneren Konflikte machen siegreifbar und authentisch. Die Autorin zeichnet anhand ihrer Figuren eineglaubwürdige Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit.Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in die Leben der 3 Frauen einzutauchen, die doch auf so eindringliche Weise miteinander verflochten sind. Besonders ihr Mut und ihr Zusammenhalt hat mich nachhaltig bewegt. Eindrucksvoll war auch, wie unterschiedlich die drei Frauen mit Verlust, Schuld und Hoffnung umgehen. Jede auf ihre eigene, menschliche und gut nachvollziehbare Weise.SpracheDer Text liest sichflüssigund istgut strukturiert. Der Schreibstil istklar und präzise, ohne unnötige Ausschmückungen. Die Wortwahl ist dabeizeitgemäß und leicht zugänglich. Wenngleich der Stileher schlichtist, so ist er doch von einertragenden Wirkkraft. Das Erzähltempo isteher ruhig und gleichmäßig,was ich für die Handlungsinhalte sehr passend fand und dafür sorgte, dass ich ihn die atmosphärische Welt eintauchen konnte. Diewechselnden Perspektivenbringen eine leichte Dynamik und Vielschichtigkeit. Die personal erzählte Geschichte bleibt nah an den Figuren und ihren Emotionen.GesamteindruckAbschließend kann ich sagen, dass mir die Geschichte der Honigfrauensehr gutgefallen hat. Da die Handlung in Band 1 noch nicht abgeschlossen ist, hat es definitiv meineVorfreude auf den 2. Teilgeweckt.Was mich besonders berührt hat, ist die stille Stärke, die jede der Frauen trotz aller Widrigkeiten zeigt.Der Roman hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken über familiäre Loyalität und die Kraft von Neuanfängen gebracht.Ich empfehle das Buch gerne weiter, für alle, die sich gerne auf eine historische Familiengeschichte einlassen, in der starke Frauen im Mittelpunkt stehen.