Das Buch ist kurzweilig und verbindet auf gelungene Weise Trauer und Humor. Die Geschichte über den krebskranken Vater des Autors ist sehr i
Manche Bücher über den Tod hinterlassen vor allem Traurigkeit. Der Gärtner und der Tod hat bei mir etwas anderes ausgelöst: Es hat mich berührt, zum Nachdenken gebracht und überraschend oft zum Schmunzeln.Georgi Gospodinov erzählt vom Sterben seines krebskranken Vaters und verarbeitet dabei seine eigene Erfahrung. Dadurch entsteht eine große Nähe, die sich nie künstlich anfühlt. Im Gegenteil: Vieles wirkt so ehrlich und beobachtet, dass man sich immer wieder in den Gedanken wiederfindet, auch wenn die eigene Lebensgeschichte eine ganz andere ist.Besonders gefallen hat mir, dass das Buch trotz seines schweren Themas nie zu einem reinen Trauerbuch wird. Gospodinov schreibt mit einem feinen, manchmal absurden Humor, der den Schmerz nicht relativiert, sondern ihn gerade erst aushaltbar macht. Dass ihm diese Balance gelingt, ohne jemals pietätlos zu wirken, fand ich beeindruckend.Sehr spannend fand ich auch das Motiv des Gartens, das sich durch das ganze Buch zieht. Der Vater als Gärtner wird zu einer Figur, die Leben bewahrt, pflegt und weitergibt. Gleichzeitig geht es immer wieder darum, wie Eltern unsere Wahrnehmung der Welt prägen. Besonders berührt haben mich die Passagen, in denen deutlich wird, dass manche Dinge erst durch einen Vater ihre Bedeutung erhalten: Ein Haus wird zu einem Zuhause, alltägliche Orte bekommen etwas Magisches, weil sie mit Erinnerungen verbunden sind. Solche Gedanken haben bei mir lange nachgewirkt.Was mir an dem Buch am meisten gefallen hat, ist vielleicht genau dieser Blick auf das Erinnern. Gospodinov schreibt nicht nur über den Verlust eines Menschen, sondern darüber, wie dieser Mensch in Geschichten, Gewohnheiten und Orten weiterlebt. Dadurch ist Der Gärtner und der Tod für mich weniger ein Buch über das Sterben als ein Buch über das Leben und darüber, was von uns bleibt.