Heutzutage kann man sich das nicht mehr vorstellen, aber 1920 war das ein hart erkämpftes Recht von Frauen in England: studieren in Oxford. Dieses war bis dato nur den Männern vorbehalten und so mancher Mann konnte nur schwer mit den Veränderungen mithalten.
Die Autorin stellt das Leben in Oxford anhand von vier Frauen dar, die aus unterschiedlichen Schichten kommen, aber die der gemeinsame Wunsch nach Bildung zusammenschweißt.
Jede dieser vier Frauen hütet ein Geheimnis und ich finde es ganz wunderbar, wie sie sich langsam ihren neu gewonnenen Freundinnen öffnen und einander bedingungslos unterstützen.
Da ist zum einen Dora, die sich selbst nicht für besonders intelligent hält und die nur studiert, weil ihr Verlobter und ihr Bruder im Krieg gefallen sind.
Marianne, die brave Pfarrerstochter, die als Stipendiatin besonders eifrig lernen muss und die trotz ihrer vielen Pflichten immer für ihre Freundinnen da ist.
Beatrice, deren Mutter eine berühmte Suffragette ist und die das Gefühl hat, niemals deren Erwartungen zu erfüllen.
Und zu guter Letzt Ottoline, kurz Otto genannt, die Tochter aus reichem Haus, die zwar materiell gut ausgestattet ist, aber keine Lust hat, wie ihre Schwestern ihren Lebenszweck in einer Heirat zu suchen.
Obwohl die Vier so unterschiedlich sind, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Ich rege mich auf über die Borniertheit von manchen Männern, die behaupten Frauen seien zu emotional, um rationale Schlüsse ziehen zu können, und dass ihre Organe urplötzlich platzen, wenn sie zu intensiv über Gleichstellung nachdenken.
Joanna Miller nimmt mich gefangen mit ihrer Schilderung der Studienzeit dieser vier Frauen. Ich fühle mich nach Oxford versetzt, in die ehrwürdigen Hallen und die Schicksale der Frauen berühren mich. Dabei gibt es aber auch immer wieder Szenen, die mich Schmunzeln lassen.
Ich habe vier neue Freundinnen gewonnen und empfehle Die Frauen von Oxford sehr gerne weiter.