Inhalt: Dr. Watson erholt sich von den Strapazen des Kriegs und zieht zu Sherlock Holmes in eine Wohnung, die er sich mit ihm gemeinsam leisten kann. Sherlock ist ein Rätsel, das er nicht zu lösen vermag. Selbst von Neugier getrieben, überredet und begleitet er ihn zu dem neusten Fall: Einer Studie in Scharlachrot. Hier wird eine Tat aufgeklärt, die ihren Ursprung in lange zurückliegender Zeit hat. Sherlock folgt seinen Spuren und legt, wie in gewohnter Weise, seine Schlussfolgerungen brillant und logisch dar.Meinung: Das Setting ist das längst vergangene London, in dem Kutschen fahren und keine Reifenspuren, sondern Radabstände gemessen werden. Die Geschichte wird durch scheinbar harte Daten und Fakten, wie einer Adresse, glaubwürdig gemacht und wirkt wie das Journal des Dr. Watson, welches er führt.Die Geschichte ist ein echter Krimi, dessen Fokus auf dem Rätsel und dessen Lösung liegt. Dabei sind es mehrere Lösungen und genau genommen zwei Geschichten, die sich zu einer vereinen. Das Miträtseln ist fast unmöglich, macht aber unheimlich viel Spaß. Die Schlussfolgerungen sind nicht aus der Luft gegriffen und scheinen im Nachgang logisch, so geht es zumindest Watson, der Sherlocks Ausführungen begierig aufsaugt.Sherlock Holmes ist ein sehr intelligenter, seltsamer Charakter, der zunächst sprunghaft und unzuverlässig scheint. Auch Arroganz ist eine Eigenschaft, die man ihm zunächst unterstellen möchte. Mit der Zeit zeigt er, dass er immer ein Ziel hat und sich selten um die Meinung anderer kümmert. Holmes ist Watsons Rätsel, an welchem er durch die Geschichte hinweg arbeitet.Dr. Watson erzählt aus seiner Perspektive und richtet die Aufmerksamkeit auch stellenweise auf sich selbst und seinen Lebensweg. Er kann sich seine Faszination kaum erklären und weiß nicht, ob er seinen Mitbewohner mag oder nicht. Doch er ist sehr interessiert an den Vorgängen und begleitet Sherlock wie selbstverständlich.Die Atmosphäre ist stellenweise gemütlich, dann wieder spannungsgeladen, der Ton meist leicht, wenn von Sherlock und Watson erzählt wird und tragischer, wenn es um die Vorgeschichte des Mordes geht. Mir gefällt die Übersetzung sehr gut, sie ist leicht lesbar und erfassbar und man wird sofort in die Geschichte hineingezogen.Eine klare Leseempfehlung für den Klassiker!