Wieder ein sehr gelungener und atmosphärischer Wohlfühlroman!
"Ich bin der Meinung, Weggabelungen im Leben tun sich immer dann auf, wenn sie gebraucht werden.""Wintertee im kleinen Büchercafé am Meer" ist ein weihnachtlicher Liebesroman von Julia Rogasch. Er erschien im September 2024 im Ullstein Verlag und ist in sich abgeschlossen.Protagonistin Tilda hat keine leichte Zeit hinter sich. Nach einen schweren Schicksalsschlag hat sie ihre Buchhandlung geschlossen und arbeitet nun, eher wenig motiviert, bei einer Backzeitschrift. Dennoch ist sie zunächst skeptisch, als ihre Freundin Anni ihr ein gemeinsames Büchercafé auf Sylt vorschlägt. Was jedoch soll letztlich passieren und so wagt Tilda das Abenteuer. Auf Sylt überschlagen sich die Ereignisse dann mehr oder weniger und auch ein Mann scheint sich unerwartet in Tildas Leben zu schieben...Obwohl im Grunde alles gut auszusehen scheint, zweifelt Tilda viel. Sie ist eher pessimistisch und erwartet meist das Schlecht im Menschen. Zumindest manchmal, denn in anderen Situationen fällt ihr Optimismus und Fröhlichkeit gar nicht schwer. Ihre häufig sehr abrupten Zweifel waren für mich aber zuweilen etwas viel. Durch die Ich-Perspektive werden sie aber gut dargestellt und authentisch beschrieben.Umso mehr mochte ich daher jedoch ihre Freundin Anni, bei der deutlich optimistischere Ansichten den Alltag bestimmen und die damit ein guter Gegenpol zu Tilda ist. Ihre Gedanken teilt sie Tilda meist unverblümt mit, weshalb ich die Freundinnen auch als Team sehr gelungen gezeichnet fand!Passend zu Tildas leicht zurückhaltender und zweifelnder Art entwickelt sich die Beziehung zu Oskar nur langsam. Tatsächlich macht sie für mich auch nicht den Hauptteil der Geschichte aus, das Büchercafé, Tildas Leben und eine besondere Autorin spielen eine ebenso zentrale Rolle.Langweilig wird es zwischen den Seiten jedenfalls nicht und abgerundet wird die Handlung mit atemberaubenden Beschreibungen des Handlungsortes Sylt. Die Liebe der Autorin zu Insel wird in diesen Zeilen mehr als deutlich und man kann das Salz auf der Zunge und den Wind auf der Haut nahezu spüren. Auch die geschickte Verknüpfung mit einer Romangeschichte in der Romangeschichte war ganz besonders. Geprägt ist der Roman außerdem von einem wertschätzenden und liebevollen Schreibstil bzw. einer entsprechend angepassten Wort- und Szenenwahl. Es ist die Liebe zum Detail, die man überall im Buch findet!Insgesamt zeigen die Buchseiten auch eine deutliche Bücherliebe auf und ich glaube fest, dass Julia Rogasch hier einen Teil von sich selbst beschreibt.Am Ende ist ein Friede-Freude-Eierkuchen Happy-End garantiert und die ein oder andere Überraschung lässt ebenfalls nicht auf sich warten!Mein Fazit: Ein Herzroman für die Seele mit Happy-End-Garantie. Genau so einen hat Julia Rogasch erneut geschrieben. Der Weihnachtsroman verspricht kuschelige, unkomplizierte und teilweise angemessen kitschige Lesemomente, in die man sich einfach fallen lassen kann.Ich habe auch diesen Roman wieder sehr gerne gelesen und vergebe 4,5 von 5 Sternen sowie eine Weihnachtsbuchempfehlung für gemütliche Leseabende!