Wenn ich zu einem Buch von Colleen Hoover greife erwarte ich genau 2 Dinge: große Gefühle und jede Menge Drama. In dieser Hinsicht hat mich "Maybe Someday" nicht enttäuscht.
In den Roman geht es um Sydney,. Diese wohnt mit ihrer besten Freundin Tori in einer WG. Was Sydney nicht weiß: ihr Freund Hunter und Tori haben eine Affäre. Als Sydney davon erfährt ist sie natürlich am Boden zerstört und weiß nicht wohin mit sich. Ridge der im Wohnkomplex gegenüber wohnt, nimmt sie auf in seiner WG. Sydney ist froh, ein Dach über dem Kopf zu haben und ist von dem charmanten jungen Mann fasziniert. Oft genug hat sie auf dem Balkon gesessen und ihm beim Gitarrespielen zugehört. Daher ist die baff als sie erfährt, dass der Musiker taub ist. Ridge hört die Musik, die er selbst komponiert, nicht - er fühlt sie. Sydney und er schreiben von nun an einige Songs zusammen und es ist der Beginn von etwas Großem. Doch Ridge hat eine Freundin, Maggie. Für sie würde er ans Ende der Welt gehen. Und außerdem kann das Herz doch nicht für mehr als eine Liebe schlagen - oder?!
Prinzipiell hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn es auch einige Störfaktoren gab.
Was ich sehr gelungen fand war die Art, wie die Autorin Ridges stumme Welt und wie er sich in ihr zurechtfindet beschreibt. Auch seine Liebe zur Musik ist gut rübergekommen. Natürlich wird "Drama" bei Colleen Hoover großgeschrieben. So kommen beide Protagonisten aus schwierige Familienverhältnissen. Auch mit Schicksalsschlägen wird nicht gegeizt. Und natürlich hat es die Dreiecksgeschichte zwischen Sydney, Ridge und Maggie in sich. Ab und an lese ich sowas ganz gerne, auch wenn ich persönlich niemals selbst im so einer Situation stecken möchte. Besonders die widersprüchlichen Gefühle und die innere Zerrissenheit haben mich berührt.
Was mir aber nicht so sehr gefallen hat waren zum Einen Warren, Ridges bester (und sexistischer) Freund. Er macht zwar auch eine gewisse Wandlung im Buch durch; Allerdings finde ich einen Großteil seiner Sprüche und Aktionen nicht mehr zeitgemäß. Die Frauen sollten Typen wie ihn auseinander nehmen und nicht anschmachten. Und zum anderen haben mich einige Gedanken von Ridge, als das Drama seinen Höhepunkt erreichte, gestört. Er hat es sich einfach gemacht und Sydney den schwarzen Peter zugesteckt. Aber ganz so einfach ist es nicht. Immerhin war er derjenige, der in einer Beziehung war. Beide Männer haben mich teils wütend, augenrollend und auch sprachlos zurückgelassen.
Generell darf man bei Colleen Hoover nicht vergessen, dass sie sehr "amerikanisch" schreibt. Eine fast 22-jährige sollte sich, meiner Meinung nach, nicht schon ernsthafte Gedanken über eine Heirat machen. Sydney ist "immerhin noch so vernünftig" um erstmal einmal ihr Studium beenden zu wollen. Auch sind die Rollenverteilungen sehr klassisch ausgelegt. Solange man sich dessen beim Lesen bewusst ist, darf man sich zurücklehnen und das Drama genießen. Nachstellen sollte man es aber besser nicht.
Und ich muss sagen, dass mir das "alte" Cover bedeutend besser gefallen hat.