Das war schon ziemlich "auf die Fresse" - im besten Sinne. ¿Am Anfang dachte ich noch: Oha. Und ein paar Kapitel später dann: Ja, genau so.'Sie hat Bock' von Katja Lewina lag viel zu lange auf meinem SuB. Umso schöner, dass ich es jetzt endlich gelesen habe - und enttäuscht wurde ich definitiv nicht.Das Buch ist ein sehr ehrlicher, ungeschönter Blick auf weibliche Lust, Selbstbestimmung und die gesellschaftlichen Erwartungen, die damit verbunden sind. Dabei bringt Lewina immer wieder eigene Erfahrungen ein, was das Ganze unglaublich persönlich macht. Gerade dadurch schafft sie es, ein Stück der Scham abzubauen, die vielen von uns anerzogen wurde. Das fühlt sich beim Lesen fast befreiend an.Wer bereits mehrere Bücher zu feministischen Themen oder weiblicher Sexualität gelesen hat, wird vielleicht nicht allzu komplett neue Gedanken entdecken. Aber genau diese persönliche Ebene macht das Buch besonders. Es liest sich ein bisschen so, als würde man mit einer guten Freundin zusammensitzen - vielleicht leicht angeheitert - und endlich mal ganz offen über Dinge sprechen, über die sonst selten so ehrlich geredet wird. Fragen stellen inklusive.Mit allem konnte ich mich nicht identifizieren, aber das muss man auch gar nicht. Wir sind schließlich alle unterschiedlich - auch wenn wir oft für ähnliche Dinge kämpfen müssen.Ein gutes, wichtiges Buch, das viele Menschen lesen sollten - besonders jüngere. Und zwar unabhängig vom Geschlecht. Ehrlich, direkt, manchmal witzig - und ohne um den heißen Brei herumzureden. Das muss man schon aushalten können. ¿