Ein Serienkiller geht um in Berlin. Ein Mann, der es auf junge blonde Frauen abgesehen hat. Sein Markenzeichen: ein zerquetschter Vogel, den er bei den Leichen zurücklässt.
Kommissar Nils Trojan beginnt mit seinen Ermittlungen, während er selbst in der Krise steckt. Und der Killer hat es plötzlich auch auf ihn abgesehen
Coveropfer, das bin ich bei diesem Roman. Eindeutig ein Coveropfer. Ich sah das Cover und musste dieses Buch einfach haben. Also, hier ist meine Rezi.
Ein seelisch angeschlagener Polizist ist nicht nicht die schlechteste Figur, um einen Thriller zu schreiben. Hier ist Bentow clever, indem er seinen Kommissar Trojan mit Ängsten impft, für die dieser Hilfe bei einer Psychologin sucht. Trojan wirkt dadurch menschlicher und weniger wie ein cooler Cop. Zudem scheint er ebenfalls leichte Vorahnungen zu haben.
Die Morde sind grausam und nicht im Detail geschildert. Das müssen sie auch nicht. Wie gesagt, sie sind grausam, das sollte genügen. Es ist gut, dass die Erzählung dort endet, wo sie es tut, selbst bei der kleinen Zeugin Lene.
Allerdings wollte bei mir keine echte Spannung aufkommen. Mir persönlich hing zuviel von Kommissar Zufall ab, von vagen Gefühlen und Ahnungen, nicht von Beweisen. Einmal ganz abgesehen davon, wie Trojan sich verhält, nachdem seine Therapeutin vom Federmann entführt wurde. Schon allein für den Stein durchs Fenster hätte es ein Disziplinarverfahren geben müssen, von den Einbrüchen und Drohungen ganz zu schweigen.
Und da hapert es für mich ganz gewaltig. Wie gesagt, es ist immer wieder Kommissar Zufall, der Nils Trojan hilft. Seine vagen Gefühle und Ahnungen, die sich an mehr als einer Stelle als falsch herausstellen.
Auch die Action ist mir zu seicht, zu weit weg und zu einfach. Während Bentow sonst Wert darauf legt, Trojan durch seine Gefühle stolpern zu lassen, ist da plötzlich alles weg. Ich musste eine Szene dreimal lesen, ehe ich herausfand, wie und wo Trojan sich den Arm gebrochen hat. Und das gerade im Finale, das ist eher peinlich als spannend.
So bleibt mir dieser Roman eher als Mittelmaß in Erinnerung. Er hätte besser sein können an vielen Stellen, bleibt aber hinter den Erwartungen zurück, was sehr schade ist.