Kristiane hat sich den heimlichen Titel als Chefin der Insel erarbeitet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern im Lotsenhaus und arbeitet daraufhin, dass ihr einziger Sohn Anders, ebenfalls Lotse wird. Anders Herz jedoch schlägt für die Musik.
Trude Teige hat mit dem Roman Hinaus in den Wind ein Nachfolgebuch zu Der Gesang der See geschaffen
Die Hörbuchvariante wird von Yara Blümel gesprochen. Diese schafft es meiner Meinung nach, den Charakter der Kristiane authentisch rüberzubringen. Mit ihrer ruhigen und geerdeten Lesart folgt man ihr gerne durch die Handlungen des Buches.
Kristiane selbst kommt auch hier wieder als unnahbare und harte Frau rüber. Dennoch merkt man ihr gerade im familiären Miteinander ihre liebevolle Art.
Die Geschichte fand ich sehr erschreckend. Die Entwicklungen, die nach und nach zu Tage gekommen sind, haben schon für Gänsehautmomente gesorgt und sich wie einen roten Faden durch den Roman gezogen.
Auch Kristianes Rückblicke auf ihre eigene familiäre Entwicklung, aber auch die der Gegenwart waren menschlich gesehen nicht ohne, sodass dieses Hörbuch auf mich eher einen bedrückenden Eindruck gemacht hat. Es wirkte auf mich auch wie eine Art Spiegel der Gesellschaft der damaligen Zeit und ich denke, damit ist es auch sehr authentisch.
Kristiane selbst hab ich manchmal auch sehr widersprüchlich empfunden, gerade was den Umgang mit ihrer Tochter betrifft.
Gleichzeitig erkennt man hier auch einen Wandel der Denkweisen. Die Entwicklung des Selbstbewusstseins der Frauen und den Widerstand von Frauen und Männern gegen ihre vorgesehene Entwicklung.
Alles in allem ein sehr interessanter Roman, der zum Nachdenken anregt und zum Teil auch unter die Haut geht, was den Verlauf des Buches betrifft.Für all jene, die auch gerne einmal Bücher mit ernstem Hintergrund lesen, ist dieses Buch eine Empfehlung.