Nachdem ich einige Empfehlungen zu dem Buch "Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis erhalten hatte, wollte ich mir doch selbst ein Bild von dieser interessanten Dystopie über eine Welt ohne Bienen machen. Eine Welt, in der die Natur zerstört wurde und ein patriarchales System die Freiheit vieler Menschen einschränkt.
Entschieden habe ich mich in diesem Fall für das Hörbuch, gesprochen von Aileen Wrozyna. Die Sprecherin kannte ich schon von einigen anderen Kinder- und Jugendhörbüchern, bei denen ich sie großartig fand. Auch hier hat sie mich komplett mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme überzeugt, die die Emotionen sehr authentisch übermittelt.
Die Geschichte selbst war für mich sehr bedrückend. Ein Großteil spielt in dem Camp, in dem Jess und viele andere Mädchen leben, um das Bestäuben der Obstbäume zu übernehmen. Oft habe ich mir wie Jess gewünscht, dass die Mädchen ausbrechen, frei sein und die Welt sehen können. Doch sie sind gefangen in diesem Camp und werden von dem gesellschaftlichen System und den Machthabern in all ihren Freiheiten beschränkt.
Es gibt kurze Lichtblicke und Momente der Hoffnung, doch meist war die Stimmung sehr beklemmend und die Unterdrückung der Mädchen war in fast jedem Augenblick spürbar. Das hat es für mich manchmal schwer gemacht, dabei zu bleiben. Zwischendurch brauchte ich tatsächlich immer wieder Pausen. Nicht, weil die Geschichte schlecht war, sondern einfach, weil ich sie so sehr fühlen konnte.
Mich hat "Wenn die Bienen schweigen" sehr bewegt, und ich stelle mir die Frage, ob es wirklich irgendwann so kommen könnte. Denn der Ausgangspunkt der Geschichte ist im Grunde genau unserer. Wir sind uns oft gar nicht bewusst, dass die Zerstörung von etwas so Kleinem nur der Anfang sein könnte.