. Ein Roman, der dich mitnimmt auf eine Reise durch die DDR, nach Russland und zugleich tief hinein in das Leben einer Frau, die der Musik alles gegeben hat, was sie hatte.
Eine Geschichte voller Sehnsucht, Schmerz und großer Emotionen, die dich berührt, lange nachhallt und sich auch nach der letzten Seite nicht einfach abschütteln lässt.
Ein Roman, der den Blick dafür schärft, wie einsam ein Leben sein kann, selbst wenn man niemals wirklich allein ist.
Aufwühlend und klar
Wer möchte nicht im Leben bleiben hat es verdient von jedem gelesen zu werden.
5/5
. Aber worum geht es eigentlich genau
1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später begibt sich Helene Bukowski auf die Spuren von Christina und rekonstruiert behutsam ihr viel zu kurzes Leben.
Sie erzählt von einem Vater, der seine eigenen Träume in der Tochter verwirklichen will, von einer musikliebenden Mutter und einem Leben zwischen kalten Übungsräumen in Berlin und dem Konservatorium in Moskau. Zwischen Leistungsdruck, Einsamkeit und unerfüllten Träumen zeichnet sich dabei auch das Bild einer Krankheit ab, für die es erst Jahrzehnte später eine Diagnose geben wird.
. In Wer möchte nicht im Leben bleiben folgen wir Helene, die sich auf die Spuren von Christina begibt und versucht, das viel zu kurze Leben einer realen, hochbegabten Pianistin zu rekonstruieren.
Einer Frau, die der Musik alles gab und dabei sich selbst immer mehr verlor.
. Besonders außergewöhnlich empfand ich die Art des Erzählens. Helene erzählt, als würde sie Christina gegenübersitzen und ihr selbst ihre eigene Lebensgeschichte zurückgeben. Immer wieder spricht sie sie direkt an. Christina, die selbst nie zu Wort kommt, wird so dennoch zu einer ständigen, beinahe greifbaren Präsenz.
Es entsteht eine bemerkenswerte Intimität, fast so, als säße man gemeinsam mit den beiden bei einer Tasse Kaffee am Tisch und würde einer leisen, persönlichen Unterhaltung lauschen. Dazu passt auch die angenehme Stimme von Drosel, die dem Hörbuch eine zusätzliche Wärme verleiht.
. Die Geschichte kommt ohne große Dramaturgie, ohne Tamtam und ohne künstliche Effekte aus und gerade deshalb geht sie so unmittelbar ans Herz.
Bukowski findet hier genau den richtigen Ton. Manchmal liegt im Schlichten eben das Größte.
. Obwohl Christina selbst nicht erzählt, konnte ich mich erstaunlich gut in sie hineinversetzen. Besonders beeindruckt hat mich, wie geschickt Helene ihre eigene Geschichte mit der von Christina verwebt und dabei Verbindungen sichtbar macht, die zunächst kaum greifbar scheinen.
. Dieses Buch beziehungsweise Hörbuch hat mich deutlich stärker berührt, als ich erwartet hatte. Christinas Leben ist geprägt von einem unerbittlichen Leistungsdruck und dem unerfüllten Ehrgeiz ihres Vaters. Ein Leben in einem System, das keine Pausen und kein Versagen duldet. Was zunächst wie Disziplin und Ehrgeiz erscheint, wird immer mehr zu einem Gefängnis, das Christina vereinsamen lässt und in eine leise, schleichende Depression führt.
Kälte, Einsamkeit und zerbrochene Träume ziehen sich durch diese Geschichte. Und obwohl man von Anfang an weiß, wie Christinas Geschichte enden wird, verliert sie nichts von ihrer Spannung.
Im Gegenteil
man bleibt an den Seiten hängen oder beim Hörbuch, an den Kopfhörern und möchte verstehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
. Beeindruckend, tiefsinnig und leise eindringlich.
Ich kann dir Wer möchte nicht im Leben bleiben wirklich sehr ans Herz legen!