Inhalt siehe Klappentext.
Vor 8 Monaten habe ich den ersten Teil dieser Reihe, Das Licht in den Wellen gehört und habe nun nochmal meine Rezension gelesen, bevor ich mit Teil 2 startete. Auch diesmal nimmt Sprecherin Sabine Kaack den Zuhörer mit nach New York, Föhr und sogar Sizilien. Sie liest sehr angenehm in 9:07 Stunden,
wie es Inge in ihren mittleren Jahren erging, als ihre beste Freundin Karolina plötzlich verstarb, Inge mit Giovanni nach Sizilien und anschließend per Auto (irre, so eine lange Fahrt!), nach Föhr reiste, um zur Geburt ihres Enkels Jan bei Schwiegertochter Mary und Sohn Tom sein zu können. Dass man sich dabei näher kommt, war so nicht geplant, wird aber auch nicht verachtet, sondern beidseitig dankend angenommen. Die beiden besten Freunde sind Geschäftsleute, aber auch Familienmenschen, und dennoch oder gerade deswegen kehrt Inge 1980 mit Ende 50 in die USA zurück. Sie und Giovanni schaffen es irgendwie, sich viele Jahre über zwei Kontinente hinweg zu lieben und treu zu bleiben, obwohl ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, Probleme in der Familie auftreten, die alles verschieben und verzögern, bis sie endlich wieder auf Föhr vereint sind. Zu Beginn dachte ich, es geht hauptsächlich um Inges 100. Geburtstag, man hört jedoch, als Fortsetzung des 1. Teils, Inges und Giovannis gemeinsames und doch lange räumlich getrenntes Leben ab den 1980er Jahren.
Inges Sohn Tom ist spielsüchtig, will es aber nicht wahrhaben. Ich finde sein Verhalten Frau und Sohn, aber auch dem Rest der Familie, gegenüber unverantwortlich und dumm, irgendwer muss es ausbaden, wenn er es nicht schafft. Unfair, wenn man bedenkt, dass Inge ihr Leben lang hart für jeden Cent gearbeitet hatte. Hochachtung an Mary, dass sie das alles mitgemacht hat! Das Verhältnis zwischen Inge und Tom war schon immer etwas angespannt.
Man bekommt dazwischen auch kleine Einblicke in Jans Studienzeit Ende der 1990er Jahre in New York, als Oma Inge ihn besucht und er Moira Müller kennenlernt.
In der Gegenwart, 2022, geht es vorwiegend um Inges Enkelin Swantje (die Verniedlichung des Namens, Swannie, mochte ich gar nicht), die in New York mit ihren Föhrer Trachten Fuß fassen will und schließlich auch um Inges nahenden 100. Geburtstag. Swantje muss in New York erfahren, als sie gerade, mit knappen 20 Jahren, beruflich einen Schritt weitergehen kann, dass ihr Haus mitsamt Allem auf Föhr abgebrannt ist. Das könnte die örtliche Entscheidung leichter machen - oder liegt es an Matteo und dem Findelhund Giovanni?
Insgesamt hat Janne Mommsen eine weitere faszinierende, warmherzige und in jeder Hinsicht geladene (mit Arbeit, Emotionen, Liebe, und vielem mehr) Familiengeschichte über mehrere Jahrzehnte und zwei Kontinente geschrieben, bei der im Wechsel New York, Sizilien und Föhr Hauptschauplätze sind und mehrere Generationen vereint.
Es passiert einiges, an manchen Stellen schon zu viel, aber man muss die Dauer bedenken, ab und zu wirkt die Geschichte beim Hören dann wieder etwas lang, aber keineswegs langweilig. Gute Wohlfühl-Hörunterhaltung, für die ich 4,5 Sterne für die ständig starke Inge vergebe, die nie Schwäche zeigen wollte, durfte oder konnte, deren Special Potatoe Salad von Föhr in Amerika berühmt wurde und die auch mit 100 Jahren noch voll im Leben steht, in die Wellen schaut und ihren Weg geht, wohin ihr Herz sie trägt.