Hinter den verschlossenen Türen in der psychiatrischen Klinik Østmarka, auf der Station 22, der Spezialabteilung für erstmals erkrankte junge Erwachsene mit psychischen Leiden und Drogenproblemen, betreut die junge Krankenschwester Ida die achtzehnjährige Fanny. Einige der Probleme die Fanny quälen sind auch Ida nicht fremd. Eine dominante Mutter und ein gesichtsloser Verfolger gehören dazu. Sie fühlt sich der Patientin so stark verbunden, dass sie einer frühzeitigen Entlassung mehr als skeptisch gegenübersteht. Keine zwei Tage nach ihrer Entlassung verschwindet Fanny spurlos. Doch Ida glaubt nicht daran das Fanny verschwunden ist, für sie steht fest das die Achtzehnjährige entführt wurde, so wie sie als Kind. Wie ein roter Faden zieht sich durch das gesamte Buch das Fehlen jeglicher beruflichen Professionalität und Distanz. Das man als Krankenschwester die Patientinnen intensiv betreut ist erwünscht, nur geht die Autorin hier für meine Begriffe viel zu weit, denn sie lässt ihre Protagonisten auch tief in das familiäre Umfeld und tiefste Private eindringen. Ein Therapeut der sich auf eine sexuelle Beziehung mit einer Kollegin einlässt und diese gleichzeitig therapeutisch betreut ist irgendwie unglaubwürdig.Ich muss auch feststellen das ich von Anfang an meine Probleme mit dem Schreibstil der Autorin hatte. Die Sätze waren gerade am Anfang sehr abgehakt, durch eine für mich willkürlich erscheinende Kommasetzung. Streckenweise kommt jedoch doch noch Spannung auf, die dann abrupt abflacht durch eine Vielzahl an möglichen Verdächtigen, die für mich nicht ganz nachvollziehbar waren. Das Ende lässt mich ebenfalls etwas ratlos zurück und birgt nicht diesen Moment wo man als Leser feststellt geschickt manipuliert worden zu sein, dazu ist vorher zu viel Unglaubwürdiges geschehen.