Gute Geschichte mit interessanter Welt. Zwischendurch zu langsam und vieles kommt recht spät auf. Solide, aber nicht der beste Sanderson
In diesem Roman gibt es natürlich wieder ein spannendes Magie-System, das seinesgleichen sucht. HIer spielen Farben und "Hauche", als so eine Art Seele eine Rolle und können genutzt werden, um Objekte zu erwecken und für sich arbeiten zu lassen. Ein spannendes Magiesystem, das meiner Ansicht nach nicht genug ausgearbeitet wird. Eine unserer Hauptfiguren erlernt die Feinheiten dieses Systems erst im letzten Viertel und dadurch erfahren auch wir erst dann, was es teils damit auf sich hat. Davor gibt es immer wieder Brotkrumen, aber um ehrlich zu sein, bin ich hinter dieses Magie-System auch am Ende des Buches nicht zu hundertprozent gestiegen.Aber worum geht es denn eigentlich? Wir folgen einigen Figuren. Da hätten wir Schwester Nummer eins, die anstatt der älteren an das Nachbarkönigreich Hallandren als Königin gegeben wird und die eigentliche Königin, die ihre Schwester jetzt retten will. Hinzu kommt einer der Götter, ein Widergekehrter, Lichtsang. Hier und da hören wir auch von einem mysteriösen Erwecker ab und an etwas, der mit einem Schwert redet. All diese Leute gehen sehr unterschiedlichen Punkten nach. Die führen zwar irgendwann natürlich zum gleichen Endpunkt, aber manchmal ist es dennoch nicht einfach der Liebesgeschichte um Siri, den Ermittlungen Lichtsangs gemeinsam mit politischen Intrigen und der Unterwanderung mit Söldnern von Vivenna zu folgen.Dennoch weiß die Geschichte auch zu unterhalten. Es gibt ein paar Twists und auch gerade Siri und der Göttkönig ergeben eine interessante und doch recht einfühlsame Paarung. Grundsätzlich gefallen mir die Figuren total. Die Söldner haben schon fast eine Catchphrase, Vivennas Kampf mit ihrer eigenen religiösen Sichtweise und Lichtsangs Suche nach Sinn sind spannend mit anzusehen.Gegen Ende geht es dann alles sehr plötzlich und auf einmal. Und erneut musste ich mit Schrecken mit ansehen, wie nur noch wenige Minuten im Hörbuch übrig waren und dann die Auflösung extrem kurz und übereilt ist. Ich war sehr überrascht, als das Wort "Epilog" erklang, da doch noch einiges zu erzählen gewesen wäre. Nun habe ich ja schon vier Bücher von Sanderson gelesen. Zwar waren zwei davon mit Nachfolgern gesegnet (wobei der erste Nebelgeborenen-Roman theoretisch auch für sich stehen kann), aber dennoch scheinen Enden für Sanderson nicht so ein Ding zu sein. Es endet alles immer sehr abrupt und ich fühle mich wieder mit einem Arschtritt nach draußen befördert. Sogar im Epilog erklärt er noch teils essentielle Dinge über die Welt und das Magie-System - zu spät, wie ich finde.Nun fand ich Sturmklänge keinen schlechten Roman. Aber ich hätte mir doch gerne mehr gewünscht. Ich vergebe am Ende 3 Sterne und bin weiterhin gespannt, was das Cosmere sonst noch kann.