Die Hauptpersonen in diesem Buch sind Frauen ganz unterschiedlicher Art, von der Ärztin bis zur einfachen Bauersfrau, von der Journalistin bis zur Sängerin. Teilweise sind sie miteinander verwandt, teilweise hat sie das Leben an einem Ort zusammengeführt. Die häufig wechselnden Stimmen, Zeiten und Orte machen es dem Hörer nicht so leicht, der Grunderzählung zu folgen. Ich glaube, dass ich dieses Hörbuch wohl als Buch noch einmal in Ruhe lesen werde, denn es birgt eine Vielzahl an interessanten Details ans Licht. Alles spielt sich ab in der Heidelandschaft Lüneburger Heide, immer im Hintergrund der Gedanke an Bergen-Belsen und die Außenlager des KZs.
Ausgangspunkt der Erzählungen sind die Erinnerungen von Inge, 1945 ein Kriegskind, das den Bombennächten aus Hamburg mit ihrer Mutter entfliehen konnte. Die Mutter, eine Kinderärztin, wird im und nach dem Krieg versuchen zu helfen, wo sie kann. Die Tochter Inge lernt einen geigenspielenden Eigenbrötler kennen, der ihr später auch Geigenunterricht geben wird. Jene Inge wird mit 85 Jahren mit ihrer Enkeltochter und ihrem Urenkel Paul noch einmal in die ehemalige Heimat reisen, dabei kommen ihr viele Erinnerungen wieder ins Gedächtnis, tragische und schöne und solche, über die sie ihr Leben lang mit niemandem gesprochen hat.
Eine andere Hauptperson ist Helga, eine Journalistin, die schon vor und im Krieg Lokalreporterin war. Nach Kriegsende ist es für sie schwierig, eine neue Stelle zu finden. Aber irgendwann erhält sie den Auftrag, eine Chronik zu erstellen; sie beginnt, die Einwohner zu interviewen und erfährt wohl auch mehr als ihr manchmal lieb ist. Ihr Tagebuch ist es Jahre nach ihrem Tod, das zu vielen Fragen führt, deren Antworten äußerst schmerzhaft sind.
Die Last der Zeit des Nationalsozialismus liegt wie eine schwere Decke über allem, immer sind die Verbrechen, die in der Lüneburger Heide geschehen sind, in den Gedanken und Erinnerungen aller Protagonisten in diesem Hörbuch unmittelbar präsent. Einzige Ausnahme ist wohl der kleine Paul, Urenkel von Hilde.
Gesprochen wird das Hörbuch von Ruth Reinecke, Tessa Mittelstaedt und Monika Oschek, die alle drei sehr einfühlsam und mit Empathie vorlesen.
Fazit: Eine interessante, mit historischen Tatsachen unterlegte Geschichte, die über viele Jahre hinweg ihre Protagonisten begleitet und in der es auch echte Überraschungsmomente gibt.
Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.