Cover & Buchgestaltung:Das Buchcover bzw. den Buchumschlag finde ich sehr einnehmend. Es zeigt eine Naturszene, in der man vom Meer aus auf eine schneebedeckte, gebirgige Insel/Landschaft schaut. Aufgrund der Perspektive hat man als Betrachter das Gefühl selbst auf dem Boot zu sein. Die dunklen Wolken am Himmel haben etwas Düsteres an sich und verstärken den Eindruck einer gewaltigen Naturlandschaft noch mehr. Entfernt man den Buchumschlag, findet sich auf dem Hardcover selbst eine ebenso beeindruckende Landschaft/Naturszene.Inhalt:Veronica Skotnes ist Ende 27 und lebt seit drei Jahren auf einem alten Segelboot, mit dem sie das Nordmeer und die Küste der Finnmark bereist. Dabei ist die extremen Naturgewalten ausgeliefert, die einen ehrfürchtig werden lassen. Skotnes begegnet aber nicht nur einer gewaltigen Natur und beeindruckenden Landschaft, sondern auch unterschiedlichsten Menschen und der Geschichte ihres Landes - und ein Stück weit auch sich selbst.Schreibstil, Themen & Aufbau des Buchs:Veronica Skotnes ist drei Jahre auf dem Nordmeer unterwegs und segelt von einer Insel zur nächsten. In ihrem Buch begleitet man die Autorin auf einem Teil dieser Reise und erlebt jede Jahreszeit mindestens einmal mit ihr mit. Die Erzählweise war für mich am Anfang etwas ungewohnt, was aber vielleicht auch nur daran liegt, dass ich meist eher Romane lese. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und die Autorin hat ein gutes Auge fürs Detail. Sie beobachtet neben dem Meer auch Land und Leute, spricht über Naturschutzthemen, die Landesgeschichte, Politik, Zentralisierung und Fischfangquoten. Ebenso thematisiert werden Sagen, Mythen/Märchen und Legenden der Finnmark. Ihre Naturbeschreibungen sind meiner Meinung nach gewaltig und sehr beindruckend. Beim Lesen bekommt man hier ein richtig ehrfürchtiges Gefühl. Die Kälte im Inneren ihres Segelboots ist richtig spürbar beim Lesen. Meinung & Fazit:Segeln ist für Veronica Skotnes sowohl Leidenschaft als auch Sehnsucht. Ihr Buch "Jenseits der Wintersonne" ist ein faszinierender Reisebericht. Man lernt viel über das Land und die Leute. Ich persönlich hätte es noch schön gefunden, dabei noch mehr über die Autorin und ihr Leben zu erfahren. Was sich meiner Ansicht nach besonders deutlich kristallisiert hat, ist die intensive Begegnung, die die Autorin mit unterschiedlichen Menschen hat, sowie die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Inselbewohner. Besonders beeindruckend finde ich den Mut der Autorin sich alleine auf so eine doch gefährliche Reise zu machen. An einigen Stellen hat mich das Buch auch sehr berührt und zum Nachdenken gebracht, weil sie auch lebensphilosophische Fragen anspricht.Das Buch ist auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die sich nicht nur fürs Segeln interessieren, sondern auch gerne etwas über die Finnmark und deren Bewohner lernen möchten.