Die junge Köchin Lulu muss ihren Job auf den Insel Sylt aufgeben und kehrt nach einigen Jahren in ihre Heimat im Westerwald zurück, um dort von ihren Eltern, die sich aufs Altenteil zurückziehen möchten, den heimischen Dorfkrug zu übernehmen, der seit Generationen in Familienhand ist. Mit an Bord ist ebenfalls noch Opa Max, der Lulu zu Seite steht. Ein zufälliger Dachbodenfund der jungen Frau wirbelt die Familienstrukturen gewaltig durcheinander und scheint ein lange gehütetes Geheimnis zu bergen, das Lulu nun aufzudecken versucht. In einer weiteren Erzählebene werden wir in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückversetzt in ein kleines Dorf, in dem es nur noch Frauen und Kinder zu geben scheint, die Männer sind tot oder an der Front, als eines Tages ein englisches Flugzeug abstürzt.Die Autorin hat uns hier eine tolle und spannende Geschcihte präsentiert, die ich mit Begeistung und auch Mitgefühl gelesen habe. Insbesondere der große Zusammenhalt zwischen den Frauen im Dorf, aber auch die Klatsch- und Tratsch-Geschichten haben mich hier sehr begeistert. Nicht immer ist alles so wie es scheint und auch der vermeintliche Feind kann zum Freund werden. Sehr interessant war hierbei die Rolle von Opa Max als Bindeglied der Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangeheit. Immer wenn man glaubt, jetzt den Ablauf der Handlung gepackt zu haben, ergab sich wieder eine neue Wendung. Eine tolle Geschichte voller Empathie, die ich gerne weiterempfehle!