Ich wollte dieses Buch lesen, weil mich - trotzdem ich selbst überhaupt keinen Kaffe trinke - der Klappentext sehr angesprochen hat und ich gedanklich immer gerne nach Wien reise. Genau mit dieser Erwartung bin ich auch ins Buch gestartet: ein wenig Wien, ein wenig Kaffe, ein wenig Romantik. Und genau diese Erwartungen wurden auch erfüllt!Es geht um Anja und Finn. Anja hat ihrerseits ein Wiener Traditionskaffeehaus von ihrem Vater geerbt. Obwohl sie eigentlich Medizinerin ist, nimmt sie sich dem Kaffee an, doch es läuft mehr schlecht als recht. Der Kaffee schmeckt nostalgisch und ein bisschen aus der Zeit gefallen, das mag nicht jeder. Und auch hippe moderne Mischungen gibt es nicht. Bisher konnte sie sich so über Wasser halten, doch als gegenüber ein modernes neues Kaffeehaus eröffnet, droht ihr das aus. Der Geschäftsinhaber ist Finn, mit dem sie keinen guten Start hat... Gut, dass sie sich bei dem ihr unbekannten Lime, eine digitale Zufallsbekanntschaft durch einen lustigen Zufall, austauschen kann und Ermutigung findet...Das Buch ist nicht nur optisch ein absulter Herbsthingucker - der Farbschnitt hatt genau das orange eines Hokkaido-Kürbisses! -, es ist auch sonst ein absolutes Jahreszeiten Buch. Es wird dekoriert, das moderne neue Café von Finn hat natürlich passende herbstliche Mischungen, das Wetter spiegelt genau das Wiener Herbstwetter wieder. Für mich war es ein gedanklicher Ausflug nach Wien, der perfekt abgestimmt war auf die Stadt. Nicht zu viel und nicht zu wenig Lokalkolorit, authentisch und genau so, wie ich Wien selbst bisher so erlebt habe (und das hab ich doch mit fast 10 Jahren Lebensmittelpunkt dort). Die Liebesgeschichte war richtig süß, Finn musste sich auch bei mir seinen Platz im Herzen erst erarbeiten, denn sein erster Eindruck war durchwachsen. Es passte einfach genau, weil das Buch ja auch nur aus einer Perspektive geschrieben war und so wirklich mehr Anjas Sicht eingenommen wurde und man sie richtiggehend dabei begleitete, wie sie um das Klein Wien kämpfte, und um ihre Gefühle. Ich fand die Lösung zum Schluss auch cool, vor allem, da sie für mich nicht so auf der Hand lag und dennoch man nicht das Gefühl hatte, dass eine Person als Verlierer aus der Sache ging. Meinerseits eine absolute Leseempfehlung!