Das Buch richtet sich eher an Freunde des gepflegten Horrors mit mystischem Einschlag.
"[...] dieses Buch ist keine Satire. Es ist ein Horror-Roman." Mit diesen Worten der Autorin Sarah Langan aus ihrem Nachwort beginne ich meine Rezension zu "Trad Wife". Das ist deshalb nennenswert, weil es in diesem Buch nicht direkt um die Trad-Wife-Bewegung geht, sondern diese nur Mittel zum Zweck ist.Erzählt wird die Geschichte der zweiunddreißigjährigen Journalistin Jenny Kaplan, die einen sehr guten Artikel verfasste, der viele Klicks und Follower generierte. Jetzt ist allerdings die Luft raus und sie macht sich auf die Suche nach einer neuen Story. Oder vielleicht sollte ich schreiben, dass die Story sie gefunden hatte. Sie möchte nämlich eine Story über die idyllische Farm "Black Swan" schreiben, auf der die berühmte Trad-Wife-Influencerin Mia Wright mit ihrem gutaussehenden Ehemann und sieben perfekten Kindern ein Leben voller selbst zubereiteter Mahlzeiten lebt und zu einer Ikone moderner Weiblichkeit geworden ist.Bis zu diesem Zeitpunkt liest sich der Roman nicht wie ein Horror-Roman und es zieht sich ein bisschen, bis die Geschichte ihr Potential entfaltet. Das Buch ist nämlich dreigeteilt. Im ersten Teil werden die Weichen gestellt, damit Jenny den Weg in die Farm findet. Es gibt bis hierher zwar einige Ungereimtheiten, die aber noch nicht so gravierend sind, als dass die Hauptfigur Verdacht schöpft. Allerdings sind dann schon fast 40% des Buchs vergangen, als der Horror einzieht.Wer denkt, dass es sich eher um einen Thriller handelt, wird darauf warten, bis sich alles aufklärt, aber die Geschichte hat einen mysteriösen Einfluss, der zum Ende hin in Gänze aufgeklärt wird, ohne damit zu viel vom Ende verraten zu wollen. Aber so viel sei gesagt, dass sich die meisten losen Enden zum Schluss erklären lassen.FazitDas Buch richtet sich also eher an Freunde des gepflegten Horrors mit mystischem Einschlag. Er hat vor allem zu Beginn seine Längen, und verwurschtelt sich in seiner Erzählung, so dass ich mich schon gefragt habe, was denn da noch kommen mag. Zum Ende hin wird der Roman allerdings recht spannend und die Ausdauer der Leserschaft wird belohnt.