¿Bewegend, tiefgründig, hoffnungsvoll¿
Der zweite Roman "Das Flüstern der Gnade" von Rahel Krönert schließt direkt an den ersten Band an. Die junge Adlige Rosalyn hat eine weitreichende Entscheidung getroffen, die ihr Leben von Grund auf verändert. So ist sie nun auf ihrer Reise nach London, um dort dem Ruf Gottes zu folgen und sich in einem Waisenhaus um die Ärmsten der Armen zu kümmern. Doch schon ihre Ankunft in der großen Stadt gestaltet sich schwieriger als gedacht und auch die darauffolgenden Tage sind geprägt von Selbstzweifeln, den Zweifeln an Gott, Einsamkeit und Angst. Ihre so sicher geglaubten Glaubenssätze werden erschüttert und so begibt sich Rosalyn ^auf den Weg, Gott als Vater näher kennen zu lernen und zu erfahren, dass man Gnade nicht durch gute Werke kaufen kann.Wie auch schon der erste Roman bewegt dieses Buch eigene Herzensbereiche. Man weint und lacht mit Rosalyn, man fühlt ihre Zweifel beinahe greifbar und fängt auch damit an, sich selbst zu hinterfragen. Die erschütternden Begegnungen mit den ärmsten und gebeutelten Kindern gehen nicht spurlos an einem vorüber und man fiebert mit, ob die Protagonistin hinter das Geheimnis ihrer verschwundenen Tante kommt. Auf wunderschöne, atmosphärische Art beschreibt die Autorin das Leben und das Umfeld von Rosalyn, so dass man als Leser das Gefühl hat, man sei Teil der Geschichte. Die Entwicklung, die Rosalyn durchmacht, ist nachvollziehbar, realistisch und gleichzeitig hoffnungsvoll.Einen kurzen Prolog am Anfang des zweiten Buches wäre schön gewesen, besonders wenn das Lesen des ersten Romans schon etwas zurückliegt. Aber das ist kein Kritikpunkt, ich persönlich benötigte einen kurzen Moment, bis ich mich wieder in die Geschichte eingefunden habe. Das Cover empfinde ich als sehr ausdrucksstark und passend für die Erzählung. Dieses Buch zählt zu meinen Jahreshighlights und ich empfehle beide Bücher von Rahel Krönert sehr gerne weiter.